Advent, Advent, im Regen Nix brennt!

Ehe wir mit allen McDonalds-Aktivitäten so annähernd fertig waren, waren auch schon der Abend angebrochen, Wolken aufgezogen und es dämmerte vor sich hin. Wir kauften fürs Abendbrot im Countdown (nicht so günstig wie Pak’nSave) ein und nahmen hinterm Hafen außerhalb Nelsons an einem Highway-Parkplatz mit Meerblick und guter Beleuchtung unser Abendbrot ein. Auf den Hauptgang bestehend aus belegten Broten (Kochschinken, Käse, Kräuterphiladelphia, Tomate, BBQ-Sauce) folgte ein luxuriöser Nachtisch: 500ml kalte Vanillepuddingdessertsoße ausm TetraPack! Ich bin danach auf dem Fußgängerweg entlang der Hafenkante bis zum Kneipen-Restaurant-Viertel spaziert. War ein warm-schwüler Samstagabend, in den hübschen Bars und Kneipen am Hafen ziemlich viel los. Nach draußen klang die Musik und das Lachen und Reden der Menschen. Die Lichter der Bootshäuser, zum Teil weihnachtlich geschmückt, spiegelten sich auf der ruhigen See wieder. In der Ferne war ein kleines Feuerwerk am Himmel zu sehen. Zwei Angler starrten vertieft auf das dunkle Wasser, hofften wohl auf einen dicken Wochenendfang. Ich ging zurück zu Wolfi, der nicht mehr allein war. Ein Security-Mann hatte sich ihm angenommen und begrüßte mich mit dem Satz, dass er meinen Bruder gerade festnehmen würde, da auf unserem auserwählten Parkplatz das Campen verboten war. War natürlich nur Spaß und er verriet uns, wo wir legal und kostenlos stehen durften… Leider war es genau der Campingplatz mit den vielen, vielen Vans, den wir am Morgen schon entsetzt entdeckt hatten. Wir haben uns dort also auch hinbegeben und da es schon nach Elf war, niemanden außerhalb der Vans mehr angetroffen. Lediglich das Dixi-Klohaus ließ erahnen, wie viele Menschen es benutzen mussten! Schon beim Türöffnen schlug einem ein Gestank entgegen, dass man am liebsten kehrt gemacht hätte. Wenn man dann nun noch das entdeckte, was sich da bis fast auf Klobrillenhöhe ansammelte, machte man wirklich kehrt und suchte sich Ausweichmöglichkeiten…! Halb Eins fuhr plötzlich ein Auto sehr dicht an uns heran, sodass wir schon um Joy fürchteten. Doch war es nur der nette Security-Mann, der sich freute, dass wir den richtigen Platz gefunden hatten. :-) Das neunzehnte Kalendertürchen wurde ausnahmsweise nachts geöffnet, in der Nacht des vierten Adventssonntages… Glücklicherweise war dieses Mal der Inhalt wieder vorhanden, nochmal ein Schokoauto – lecker weich von der Wärme des Tages. Wir gingen spät ins Bett, zwischen etwa zwanzig anderen Campervans, und gerade als wir am Augenschließen waren, begann es lautstark zu regnen. Eigentlich konnte man es kaum mehr Regen nennen, es schüttete nur so, hielt uns vom Schlafen ab und hörte auch einfach nicht mehr auf! Manchmal kam auch ein Wind dazu, der Joy samt uns darin wackeln ließ. Wir schliefen sicher erst nach halb Drei ein.

Der Wecker klingelte trotzdem schon um 08.00 Uhr, da Wolfi auf einen Flohmarkt wollte. Wir trauten Augen und Ohren nicht als es noch immer in Massen wie ein Wolkenbruch herunterkam. Wenigstens waren wir über Nacht nicht weg geschwommen! Wie sollten wir aufstehen? Und zwei Fenster waren auch millimeterweit unten, durch die es geregnet hatte als wären sie ganz offen. Rucksack und Klamotten nass. Neben Wolfi lief es zur Schiebetür ins Innere… Und da das noch nicht genügte, kippte er auch gleich noch sein Trinkwasser über sich und das Bett. Wir lagen, warteten auf Regenstopp, aßen eine Banane, mussten schlimm aufs Klo. Wolfi wagte es zu erst und ich danach. Musste so dringend und es regnete so schrecklich, dass ich keine andere Wahl hatte als dieses ekelhafte Dixi-Klo zu benutzen! Ne, nie wieder! Ich kam mir nach wenigen Sekunden in dieser Toilette so stinkig und dreckig vor, dazu noch die Feuchte vom Regen, die überall steckte… wirklich ekelhaft! Und dann quetschte ich mich wieder zum ebenfalls durchweichten Wolfi in unser feuchtes Auto… Überhaupt gar nicht angenehm!!! Hilfe! Dieser Camper-Massenparkplatz ohne richtige Toilette und im Dauerregen hinterließ bei uns ein so furchtbares Bild, dass wir wünschten, nie wieder dort schlafen zu müssen! Wolfi kletterte vom Bett auf den Fahrersitz und fuhr uns durch Nelson bis wir endlich an einer Anwaltskanzlei ein kleines, zum Sonntag leeres, Parkhaus fanden. Unsere Rettung! Wir packten erst einmal alles Nasse aus dem Auto, legten es auf eine Steinmauer, öffneten sämtliche Autotüren und bauten langsam unsere Frühstücksecke auf. Zum vierten Advent spielte uns eine Kirchturmglocke ein nerviges Ständchen, legten wir wieder die Weihnachtstischdecke auf und überraschten uns mit den zwei letzten Kinder-Christmas-Crackern. Im Schlafanzug, nass, verschmuddelt und durch ein Privatparkhaus vorm Regen geschützt nahmen wir also ein wunderbares Adventsfrühstück ein! Eine Frau schien davon wenig begeistert und verwies uns verärgert auf den Campingplatz. War uns auch egal, wir machten weiter und räumten gleich noch Joy auf. Zwar nicht sehr trocken, aber zumindest etwas wohlfühliger, fuhren wir anschließend zur öffentlichen Dusche. Auch danach regnete es unverändert stark weiter! Was für ein hässlicher Tag! Und da wird noch behauptet, Nelson sei die Stadt mit den meisten Sonnestunden Neuseelands… :-/ Sieht aus wie ein weiterer McDonalds-Tag… Da sitzen wir nun auch und hoffen auf Besserung! Wir wünschen euch einen feinen vierten, vorweihnachtlichen Advent! Bis später!

(Auch zu den letzten zwei Blogs gibt es viele neue Fotos anzuschauen!!!)

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