Tolles, vorzeitiges Weihnachtsgeschenkerlebnis

Dienstag Teil II:

Da in der Bibliothek zu viel los war, sind wir am Dienstagnachmittag dann noch ins McDonalds umgesiedelt zwecks Internet, haben dort doch mal wieder glatt und zufällig Jelle und Lisa getroffen. Die beiden haben uns eingeladen, am Abend noch in eine Bar zu kommen. Kurz nachdem sie uns verließen, sprachen uns zwei Jungs zögerlich und ohne nachzufragen auf Deutsch an. Ob wir ihnen sagen könnten, wo die Tourist-Info sowie ein kostenloser Schlafplatz zu finden seien. Klar konnten wir als alte Ortskundige im Nu weiterhelfen und luden die beiden auch gleich noch mit in die Kneipe ein. Sie freuten sich, sagten zu! Da mir der Strandspaziergang am Morgen so gefallen hatte, fuhren Wolfi und ich bei dem endlich tollen Wetter noch einmal dorthin. Umgeben von riesigen Eukalyptus- und rotblühenden Pohutukawa-Bäumen schauten wir uns das Schiffswrack an. Da Ebbe war konnte man direkt bis ran laufen! Anschließend fuhren wir einkaufen, nahmen noch im Supermarkt unser Dinner ein, wuschen im benachbarten Toilettenhäuschen zuerst das Geschirr vom Morgen ab und machten uns anschließend darin kneipentauglich zurecht. Dreiviertel Acht betraten wir den urigen Irish Pub im Zentrum Motuekas. Bis auf die beiden Jungs vom McDonalds keine Gäste. Wir begrüßten uns, bestellten nach Verkostung sämtlicher angebotener Biersorten ein dunkles Ale und setzten uns. Mit dem Dresdner Daniel und dem Hessen David verbrachten wir wirklich witzige Stunden! Hatten tausende Gesprächsthemen und richtig, richtig viel zu lachen… Jelle und Lisa gesellten sich in Begleitung eines Italieners gegen Neun zu uns. Um Elf traten wir die Rückfahrt an und trafen bei herrlichem Mondenschein auf unserem Schlafparkplatz ein. Auch David und Daniel kamen kurz nach uns zu Fuß dort an. Auf ein letztes Bier saßen wir noch ein weiteres Stündchen vor deren Van, dann rief wirklich das Bett, denn am kommenden Tag klingelte der Wecker früh… zwei Tage Sea-Kayaking im Abel Tasman Nationalpark standen an!

Mittwoch:

Um 06.30 Uhr sprangen wir aus dem Auto, frühstückten neben zwei Mädels, die ebenfalls wegen einer Kayak-Tour (allerdings eintägig und anderer Anbieter) schon so früh in Gange waren. Der Himmel war blau, es würde ein guter Tag! Juhu!!! Auch Kalenderfigur 22 war ein Zeichen: ein freudiger Schlittenfahrer! Na, wenn das nicht eindeutig ein Hinweis auf das Gelingen unserer Kayak-Tour sein sollte… Kayaks kannten die Weihnachtsengelchen nicht, ansonsten hätten wir an diesem Tage sicher einen freudigen Kayakfahrer vorgefunden! ;-) 7.45 Uhr trafen wir bei der Sea-Kayak-Company in Motueka ein. Wir wurden einem Betreuer sowie einem gelben Zweier-Kayak mit der Nummer 18 zugeteilt, kauften vier große, wasserdichte Plastiksäcke, in welchen wir sämtliches Hab und Gut, das uns auf unserer zweitägigen Tour begleiten sollte, verstauten. Das wurde dann in verschiedene Verstauräumchen des Kayaks gesperrt. Wollten sogar erst den Laptop einpacken, haben ihn aber kurz vor Abfahrt doch noch schnell zurück ins Auto geschmissen. War auch gut so! Unser ziemlich cooler, braun gebrannter Betreuer erklärte uns ansonsten nicht allzu viel. Dafür war seine riesige Sonnenbrille mit lila Rand wirklich sehr cool! Auf die Frage nach dem Wetter antwortete er mir, dass wir später sowieso noch einen Wetterausdruck bekämen… Okay… Nachdem die Kayaks auf den Anhänger verladen waren, bezahlten wir die 230 Dollar pro Person. Das war bei dem Preis sozusagen unser vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an uns! Neben der Möglichkeit, in der Hälfte der Strecke zu campen, bestand die Möglichkeit, auf einem Hausboot inklusive Verpflegung zu übernachten. Und das haben wir uns gegönnt! Gemachtes Bett und Essen vorfinden statt gesamte Ausrüstung selbst mitzuschleppen! :-) Wir stiegen hinter unserem coolen Betreuer zusammen mit einem freundlichen, kanadischen Pärchen und einer Deutschen mit Kumpel in einen Kleinbus. Nach zwanzig-minütiger Fahrt erreichten wir Marahau – ein Dörfchen am Meer und zugleich Tor zum Abel Tasman Nationalpark. Die Kayaks wurden am Strand in Startposition gebracht und während die Gruppen anderer Anbieter eifrig ihre Trockenübungen machten, bekamen wir ohne große Erklärungen Rettungsweste, mehrere Dosen, Paddel, Wetterbericht, wasserfeste Seekarte und ein schickes Schürzchen. Wir mussten einmal vorführen, wie man ins Kayak steigt und das Schürzchen, in welchem man steckte, um die Sitzöffnung aufspannte, sodass kein Wasser in den Sitzraum eindringen konnte. Sonst keine großen Worte ums Wie und Was… Und ab ging es! Wolfi vorn, ich hinten mit Lenkpedalen unter den Füßen, bewegten wir uns irgendwie aufs Wasser, ruderten ein paar Meter. Erst langsam wurde mir klar, dass ich mit den Pedalen direkt lenken konnte… Hatte ja auch keiner direkt erklärt. Und als wir gerade am Abfahren waren, fiel unserem Betreuer nun doch noch etwas ein, das so wichtig war, dass er dafür Worte benutze: Das Ding da in der Dose sei ein Notsignal, falls wir verloren gingen! Ganz easy zu bedienen! Ach ja, und ob uns gesagt wurde, wo wir am nächsten Tag vom Wassertaxi eingesammelt würden… Naja, so halb! Dann war ja alles klar! Wirklich sicher fühlte zumindest ich mich die ersten Stunden nicht. Das Wasser war bei dem zwar blauen Himmel, aber einem doch ziemlich starken Gegenwind nämlich unruhig! Hatte immer nur so ein Werbebild vor Augen, wo eine Frau in einem gelben Einzelkayak so glücklich und scheinbar mühelos in einer sachten, herrlich türkisfarbenen Traumbucht herumfuhr – ohne eine einzige Welle… So war es nicht, zumindest nicht an diesem ersten Tag! Nachdem wir die ersten großen Felsen hinter uns hatten, hielten wir kurz in einer ganz kleinen Bucht mit feinstem Sandstrand. Jedoch war die Flut noch am Kommen und ehe der ganze Strand vom Meer aufgefressen wurde, brachen wir schnell wieder auf. Es folgte nun für kurze Zeit ein schöner Abschnitt mit ruhigerem Wasser, windgeschützt, einfach zu paddeln, direkt unterhalb der urwaldigen Nationalparkhügel: tolle Felsen und Steine ragten aus dem Wasser, darüber pures Grün aus Farnen, Palmen und Bäumen. Einige Komorane saßen auf Steinen. Schön! Ganz kurz holte ich sogar die Kamera heraus und machte wenige schnelle Fotos. Wir steuerten zur Mittagspause eine der ruhigeren Traumbuchten an, gaben Gas um möglichst weit auf den Sand aufzufahren, sodass das Kayak nicht wieder ins Meer gezogen würde… Doch kamen wir kurz vor Strandung noch schräg. Schon nutzte die nächste Welle dies und schlug uns seitlich vors Boot, wir kenternten. Hatte unser Begleiter nicht was, von am blauen Band ziehen um sich samt Schürze vom Kayak loszumachen, gesagt? Kopf zwischen Sandboden und Kayak unter Wasser zog ich. Es passierte nix. Hilfe, was macht Wolfi? Uh, einen Blick erhascht: der ist zum Glück draußen, nächste Welle kommt, wieder runter, ordentlichen Schluck Salzwasser trinken, Hilfe, wie kommt man da raus? Wolfi versuchte mich und das Kayak zu drehen und es gelang ihm beim zweiten Mal. Schnell befreite ich mich endlich und begab mich zittrig an den Strand. Das war nicht so fein! Nach kurzer Verschnaufpause hingen wir unsere Sachen zum Trocknen auf, leerten das Wasser aus dem Kayak und machten Mittag. Gab Brot und Salami, Müsliriegel und Äpfel. Ein kleiner Weg führte hinter dem Strand in die urwaldige Umgebung auf den Hügel. Also paar Fotos von oben und mit fast trockenen Sachen im Gepäck begann der letzte Teil unserer Fahrt zum Hausboot. Was nun folgte, nannte sich „The Mad Mile“ – ein rauer Meeresabschnitt, außerhalb von Buchten am offenen Meer entlang felsiger Landvorsprünge. Der einzige Hinweis unseres Betreuers dazu war, dass wir da ja nicht drauf fahren dürften, wenn der Wind stark wehte… Und wir als alte Seebären wussten das natürlich sofort richtig einzuschätzen! Wir fuhren mutig drauf los und nach wenigen Metern auf der Mad Mile wurde uns deutlich, dass dies ein sehr schaukliges, kraftraubendes Stückchen werden würde. Wir versuchten uns von den Wellen immer frontal treffen zu lassen, wurden klitschnass, sodass Wasser trotz der Schürzen ins Boot lief. Doch wir paddelten und paddelten gegen den Wind und das Meer, immer bemüht, bloß nicht vor die Felsen geschlagen zu werden. Es war so anstrengend! Man paddelte kräftig und kam kaum vorwärts, hielt manchmal dabei einfach nur seine Position. Bei jeglicher Pause wurde man sofort rückwärts und in Richtung Felsen getrieben. Irgendwann erspähten wir unsere Zielbucht „Anchorage Bay“, lenkten in weitem Bogen ein und kämpften uns nun neben einigen anderen Kayak-Gruppen auch das letzte, stürmisch-wellige Stück bis an den Strand. Mit letzter Kraft zogen wir das Kayak neben vielen, vielen anderen Kayaks auf den Sand und schmissen uns erschöpft daneben. Von geschätzt um Zehn bis um Drei hatten wir für den etwa 10-12km langen, unruhigen Wasserweg mit Gegenwind gebraucht. Es war gut, aber unerwartet schwierig und am liebsten würde ich am kommenden Tag laufen… Delfine, Wale oder Seelöwen gab es nicht. Doch egal, wir waren endlich da, packten unsere Säcke aus dem Kayak, trugen es mit Hilfe zweier Männer in eine Parknische und warteten auf das Boot, welches uns zu unserem Hausboot bringen sollte. Das Hausboot lag nur 50m weit draußen in der Bucht. Wir lernten eine deutsche Studentin kennen, die momentan in Christchurch lebte und an neuseeländischen Bäumen forschte. Sie hatte das Erdbeben hautnah miterlebt! Doch wo blieb unser Transportboot? Wir erfuhren von einer anderen Gruppe zukünftiger Hausbootgäste, dass wir uns einfach in Sichtweite des Hausbootes begeben und winken sollten. Gesagt, getan und nach wenigen Minuten kam ein alter Seemann im Motorboot an, lud uns ein und fuhr uns zum Aquapackers. Wir hatten eigentlich erwartet, ein riesiges, still gelegtes Schiff zu beziehen, in dem professionell alle Backpacker untergebracht wurden. Viel Personal, groß, eher anonym… Das Hausboot war jedoch wirklich nur ein kleines Boot mit zwanzig Schlafmöglichkeiten, zwei Kajüten mit sieben Schlafplätzen in Matrosen-Doppelstockbetten unter Deck, drei Doppel“zimmer“. Sehr hübsch, sauber und gemütlich! Es wurde von dem Seemann und einer blonden Dame, die schon am Kochen unseres Dinners war, geführt. Da wir die ersten Gäste an Bord waren, durften wir uns nach Abstieg in die winzige, aber schöne Siebener-Kajüte unsere Betten aussuchen. Wolfi nahm ein unteres, ich das dazugehörige obere Bett, an dessen Kopfende ein kleines Schiffsfenster knapp über Wasserspiegelhöhe angebracht war! Die Betten waren frisch bezogen und wirkten so einladend! Fein! Schon trudelten nacheinander auch die anderen 18 Gäste ein. Und von wegen nur Backpacker! Es reisten alle Altersstufen an, bunt gemixt, hauptsächlich aber auch wieder deutsch. Auf dem oberen Deck setzten wir uns mit einem englischen Flitterwochen-Pärchen zusammen und unterhielten uns. Kurz vor Sieben sprangen wir noch schnell unter die kleine Dusche und schon gab es das Dinner auf dem oberen Deck. Der Seemann stand am Grill, briet Würstchen (nicht wie unsere!) und Steaks. Dazu gab es Curryreis-, Rohkost-Salat sowie einen leckeren mexikanischen Gemüseauflauf! In großer, familiärer Runde aßen wir. War sehr unterhaltsam. Neben dem englischen Honeymoon-Paar, saß da noch ein deutsches Hochzeitsreise-Paar, ein deutsches Bruder-Schwester-Paar (sowas hatten wir noch nie angetroffen!), zwei deutsche Mädels und zwei ältere, deutsche Schwestern, die auf Weltreise waren. Während die eine Schwester per Flug innerhalb eines halben Jahres die Welt umrundete, beging die andere Schwester ihre Weltreise von London nach Sydney per Bus! Das zog die Aufmerksamkeit aller Hausboot-Gäste auf sich und die Frau berichtete, wie sie durch sämtliche europäische und asiatische Länder per Bus gereist war, dass sie extra zwei Pässe besaß, da es Länder gab, in denen man bei einem Visa-Stempel eines bestimmten anderen Landes nicht mehr einreisen durfte. Sie hatte also einen guten und einen schlechten Pass und holte je nach Einreiseland einen davon hervor. Drei Monate hatte sie für die London-Sydney-Busreise gebraucht, traf sich nun mit ihrer Schwester in Neuseeland, würde dann noch nach Südamerika reisen und die Schwester, welche andersrum unterwegs war, wieder treffen… War mal interessant, nicht nur Backpacker in unserem Alter als Reisegefährten zu erleben! War eine lustige Runde, in der aber mal wieder klar herauskam, dass Wolfi und ich die einzigen Ossis waren und dass die Mauer im Kopf noch nicht ganz gefallen war. Die Wessi-Deutschen beschwerten sich in den Erklärungen an die Engländer zum deutschen Ost-West-Stand sogar mehr oder weniger ernst, für uns die Solidaritätszuschläge zahlen zu müssen. Da Wolfi und ich als Ostvertreter in der Unterzahl waren, entschieden wir uns für Rechtgeben und bedankten uns sehr höflich bei der westdeutschen Fraktion, dass sie uns somit diese tolle Neuseeland-Reise überhaupt erst ermöglichten… ;-) War alles ganz spaßig! Die Sonne ging unter, über dem Meer standen vereinzelt rosa Wölkchen. Der Wind legte sich, die Wasseroberfläche wurde ruhig. Als die Dunkelheit einbrach, tauchten die Sterne über uns auf: Kreuz des Südens, Orion und tausende andere. Es wurde kühl. Wir tranken mit den beiden Mädels Jule und Kim noch Tee und gegen Elf zog es einen nach dem anderen in die Kojen. War toll im Bett liegend statt durch ein Auto- mal durch ein Schiffsfensterchen auf Wasserhöhe aufs Meer zu schauen und bald schliefen wir alle. War gar nicht schlimm, zu siebt in dem kleinen Räumchen unter Deck.

Donnerstag:

Am Morgen des Donnerstags, einen Tag vor Heiligabend, erwachte ich schon sehr früh. Halb Sieben kletterte ich aus meinem schönen Bett und auch Wolfi, der bereits munter war, folgte mir. Vor allen anderen machten wir uns Tee und Kaffee, aßen die Sternschnuppe aus dem 23ten Türchen, saßen allein an Deck und schauten auf die enorm ruhige See. Die Sonne kam bald hervor und auch die anderen Bootsgäste schlüfpten aus ihren Löchern. Es gab ein Frühstück mit Müsli, Toast und süßen Aufstrichen an dem großen Tisch neben der Küche. Die Stimmung war gut. Wir hatten uns mit dem Hausboot da was Tolles gegönnt!!! War wirklich schön mit den Leuten, der Schiffsatmosphäre und Vollverpflegung! Gestärkt ließen wir uns vom Seemann wieder an den Strand fahren, zogen unser Kayak neben das von Jule und Kim und paddelten bald zusammen los. Es war überhaupt gar kein Vergleich zum rauen Vortag! Man konnte so wunderbar und ohne große Anstrengungen über das ruhige Wasser fahren, hier und da anhalten ohne abgetrieben zu werden. Und es machte auch mehr Spaß in unserer Vierer-Gruppe. Wir fotografierten sehr viel, fuhren auch mal weit aufs Meer um kleine Inselchen zu umschippern, auf denen wir nun endlich Seelöwen fanden! Gut getarnt sonnten sie sich auf ihren Felsen! Zum Teil riesige Kolosse und man roch die Tiere auch schon beim Heranfahren. Plötzlich reckte sich einen halben Meter neben Wolfi ein schwarzes Etwas aus dem Meer in die Luft! Das war doch der Schwanz eines Seelöwen?! Ja, der spielte mit uns, führte kleine Kunststücke vor und umschwamm unsere Kayaks. Es wurden immer mehr, überall entdeckten wir sie, wurden von ihnen umschwommen oder nur beobachtet. Toll!!! Das war so schön! Auf der zweiten Insel, die wir anschauten (Tonga Island) gab es die meisten Seelöwen! Zwischendurch machten wir Mittagsstopp an einer herrlichen Bucht. Heute gab es das tief türkisblaue, ruhige Wasser aus dem Prospekt! Ein toller Kayak-Tag. Die beiden Mädels badeten, wir schauten zu und sonnten uns, meinten in der Ferne Wale zu erkennen, die sich später bei Ebbe aber als Felsen entpuppten. Bereits um ein Uhr erreichten wir die Tonga Bay, von welcher wir erst gegen Drei mit dem Wassertaxi nach Marahau zurückgebracht werden sollten. Ein netter Wassertaxifahrer fragte uns, ob wir schon früher mitfahren wollten. So verabschiedeten wir uns von den Mädels und stiegen ein. Auch die Kanadier (waren campen statt Hausboot) sahen wir hier wieder! Das Wassertaxi wurde bis zum Anschlag vollgepackt mit acht Menschen, fünf Kayaks, sämtlichen Rudern und Seesäcken. Gequetscht ging es in Windeseile zurück. Wir brausten an all den uns bekannten Buchten vorbei und es ging soooo leicht mit Motor! Wow, wie weit waren wir da bloß gepaddelt!? Bei der Geschwindigkeit, dem Fahrtwind und meinen nassen Klamotten wurde mir eiskalt. Es war so herrlich nach Umpacken endlich in dem Bus gen Motueka zu sitzen. Der Trip war insgesamt ein spitze Weihnachtsgeschenk! Wir erreichten bald die Sea-Kayak-Company-Basis, freuten uns Joy wiederzusehen, verstauten unser Gepäck wieder in ihr und nahmen eine herrliche, heiße, ausgiebige Dusche, welche vom Kayak-Anbieter für Gäste bereitgestellt wurde. Sehr gut! Wir fuhren nun in die Stadt, hatten viel zu erledigen, denn am folgenden Tag würden wir ja wieder zum Campen für zwei Tage in den Nationalpark fahren. Wir wuschen unsere Klamotten, kauften ein, meldeten uns zurück, luden unsere Geräte etwas auf und trafen am Abend Jelle, den Italiener und zwei Deutsche, die auch am Weihnachtscampen teilnehmen würden, im Irish Pub. Wir wechselten noch in eine andere Kneipe mit halbguter Live-Musik und fuhren gegen Elf auf unseren Schlafparkplatz, fielen wie erschlagen ins Bett (Muskelkater überall!) und schliefen schnell tief und fest!

Heiligabend, Freitag und unser 100ster Reisetag!!!:

Heiligmorgen!!! Wechselnd blau-grauer Himmel, vereinzelte Tröpfchen, sehr milde Temperaturen, abgeebbtes Meer, zwitschernde Vögel in Eukalyptusbäumen, so einige Camper um uns… so begann der Morgen des Heiligabends in Neuseeland! Bloß der dicke Weihnachtsschokoengel hinterm letzten Türchen Nummer 24 im Windel-Adventskalender dürfte sich nicht von dem deutschen unterscheiden… naja, bis auf die Hitzepickel… :-) Der Kalender ist vom vielen Hin und Her nun auch echt am Ende. Heut macht er seine letzte Reise! Ja, und auch Joys leere Batterie gehörte neben dem Frühstück auf der Weihnachtsstern-Tischdecke mit Zimt in meinem Kaffee und Joghurt zu unserem Heiligmorgen… Der 24.12. wird hier in Neuseeland nicht wirklich gefeiert! Weihnachten beginnt hier am Morgen des 25ten! Macht nix, bei uns ist auch heute Weihnachten! :-)   Und zugleich ist heute ein großer Jubiläumsreisetag: nämlich unser 100ste!!! Und wie der Zufall es will, trafen wir eben nicht nur David aus der Kneipe hier wieder, sondern den Typen aus Auckland, der mit uns ganz am Anfang im Hostel war! Der, wegen dem Joy vor der Hosteltür stand. Der, der Joy erst kaufen wollte, sie aber doch vor unseren Augen für zu klein gehalten und uns das Anschauen erlaubt hatte! Dieser Sebastian, dem wir also Joy verdanken, hat uns und Joy vor einer halben Stunde Starthilfe gegeben! Vielleicht sehen wir ihn in den kommenden Tagen auch noch einmal im Nationalpark oder an der Golden Bay! Nun haben wir gerade noch mit Mama telefoniert und gehört, was die Weihnachtsvorbereitungen und -pläne so treiben! Wir werden im Nationalpark kaum Möglichkeit für Kontaktaufnahmen haben, da dort kein Handy- geschweige denn Internetempfang ist. Aber, wie immer, werden wir den Bericht liefern! ;-)

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