Zwei Aufbruchsversuche und noch immer nicht weg

Am Nachmittag unseres Paralympics-Donnerstags (man ist es schon wieder lange her… :-/) erlebten wir noch knapp wie Deutschland eine Silbermedaille einheimste. Sind da allerdings so unglücklich hinein gestürzt, dass wir gar nicht wirklich mitbekommen haben, in welcher Disziplin! Trotzdem Jubel! Die Stimmung im Stadium war viel besser als am Vormittag: mehr Leute, interessantere Wettkämpfe. Weitsprung und 5000m-Lauf gefielen uns am besten! Richtig spannend! Unser Dubai-Fotograf entdeckte uns irgendwie sofort im Publikum und fotografierte uns aus der Ferne. Nach einem schnellen Essen in einer Shoppingmall sind wir wieder in die Innenstadt gefahren, wo wir uns mit den bereits vorm Hoteleingang stehenden Dubaiern um eine kleine Unterhaltung über die Spiele bemühten. Anschließend machten wir noch einen Abstecher in „The Bog“, den kleineren Irish Pub, an welchem an diesem Abend ein super Musiker allein für die Live-Musik sorgte. Er spielte zu seiner Gitarre selbst noch den Bass, sang überwältigend gut und in eigenem Stil so ziemlich jedes Lied, das uns einfiel! Nicht schlecht! Kurz nach Zwölf landeten wir am Avon-River im Autobettchen.
In der Frühe des Freitags fuhren wir Joy in den Hagley-Park. Zu Fuß marschierte ich in die City, wo eine Dusche sowie zwei weitere Busker-Shows warteten. Anschließend machte ich mich auf in Richtung des herrlichen botanischen Gartens um dort Tomomi, den jonglierenden Japaner, zu treffen. Jonglier-Lehrstunde stand an, welcher sich spontan auch noch eine weitere deutsche Travellerin aus Hessen anschloss. Das machte wahnsinnig Spaß und sogar ein Fortschritt stellte sich schnell ein! Allein und zu zweit, mit drei, vier, fünf, sogar sechs Bällen… Boah! Bestes Wetter, grüner Park, viele bunte Bälle, die immer länger in der Luft blieben – Juggling (Jonglieren), Contact Juggling, Slack Lining (auf einem Band zwischen Bäumen balancieren), Skateboard, Feuerkunst…. Viele gut gelaunte Leute aus aller Welt: Hessen, Thüringen, Japan, Neuseeland, Paraguay, Argentinien, Österreich, die beabsichtigt zum Treffen kamen oder einfach so dazu stießen und ein bisschen Zauber in der Luft. Park-Beuscher blieben stehen, schauten zu, setzten sich mit in den wachsenden Kreis oder nahmen einfach selbst für einige Momente am Jonglieren teil! Wolfi kam etwas verspätet hinzu, nachdem er noch ein wenig in der Stadt umher gezogen war, Shows angesehen hatte. War schon ein richtig, richtig toller Nachmittag! Am Abend trafen wir auf dem Square Sean sowie dessen Schwester mit Begleitung und lernten angezogen durch unsere Gitarre einen sehr lieben, österreichischen Traveller Peter kennen. Österreichischer Bursch wie aus dem Bilderbuch! :-) Ein Herr aus England sprach uns auf dem Weg zum Auto noch an und empfahl uns dringend die letzten Busker-Abendshows am kommenden Tag zu besuchen. Dann ging es nach Zwölf ab ins Bett.
Die Empfehlung wurde am Morgen des Sonnabends umgesetzt, was bedeutete, dass ich mich, während Wolfi unseren Frühstückstisch abräumte und abwusch, Punkt Elf in eine unglaubliche, geschätzt 50m lange Schlange Wartender auf dem Square einreihte, die alle anstanden um Tickets für die letzten beiden Abendshows am heutigen Tage zu ergattern! Witzigerweise befand sich nur zwei Meter hinter mir tatsächlich auch der Engländer unter den Wartenden! Das Busker-Festival war beinahe vorüber, der Andrang für die letzten beiden Abendshows folglich enorm! Während man sich da so ein dreiviertel Stündchen die Beine in den Bauch stand und ab und an von Regenschauern berieselt wurde, kam man mit umstehenden Wartenden ins Gespräch und wurde kurz vor Erreichen des Verkaufsstandes darüber informiert, dass die Spätshow mittlerweile komplett ausverkauft war und für die frühere Show nur noch wenige Restkarten vorhanden waren… Oh nein! Doch wir hatten Glück und bekamen für nur sechs Dollar zwei der letzten, heiß begehrten Tickets ab. :-) Die Sonne kroch hervor, sodass nochmals Jonglier-Lehrstunde mit Tomomi im botanischen Garten möglich war! Juhu und das Juggling klappte am Ende nochmals um so Einiges besser! High Five! Hätte ja nie gedacht, dass Jonglieren so Spaß macht und tatsächlich durchaus gut zu erlernen ist! Wir schauten uns in der Jonglier-Pause eine Kinder-Busker-Show auf einem nahe gelegenen Platz an und staunten über zu Hunderten an Baumstämmen hängende, leere Zikaden-Panzer. So was hatte ich noch nie gesehen! Zikaden sind große Insekten, die sich über Monate in der Erde entwickeln um dann in der Sommerzeit – und zwar nachts – als erwachsene Insekten ihre Erdwohnungen zu verlassen. Überall im Boden um Bäume findet man deshalb am Tag kleine Löcher. Von diesen wandern die Tierchen im Dunkel aus allen Richtungen auf den Baumstamm zu, welchen sie dann erklimmen, mit dem Ziel das Blattwerk zu erreichen. Auf dem Weg nach oben werfen sie am Baumstamm ihre äußere Schale ab, die als Überrest dann am Tag noch am Baum zu finden ist! Die Tiere selber sitzen irgendwo weit oben und machen enormen Krach (klingt krass, wenn man momentan durch den Park läuft) und sterben nach wenigen Tagen einfach! Beeindruckender Lebenslauf und erst recht wie diese leeren Hüllen an den Bäumen hängen – in Aufwärtskrabbel-Position! Sehen aus als wären es die kompletten Insekten, auf dem Weg nach oben – alles dran, nur das Innere und das Leben fehlt! Unglaublich! Nachdem wir noch ein letztes Ründchen jongliert hatten, verabschiedeten Tomomi und ich uns voneinander. Ich solle gut üben, damit es, wenn wir auf dem Rückweg aus dem Süden nochmals Christchurch passieren würden, noch besser klappte. Auf dem Square schauten Sean und Wolfi einer Busker-Show zu, nach welcher wir per Bus schnell Abendbrot einkaufen fuhren. Um Acht begaben wir uns schließlich in die Abendshow im großen Square-Kuppel-Zelt: Stand-up-Comedy – war nicht so der Hit, aber immerhin mal was ganz anderes als die Shows am Tag. Und nur für Leute über 18! In Neuseeland werden viele Themen in der Öffentlichkeit tabuisiert, welche dann zu solchen Gelegenheiten jedoch sofort aufgegriffen werden! Witze unter der Gürtellinie also nur ab 18 Jahren! ;-) Nach der Show machten Wolfi und ich nochmals einen kurzen Irish-Pub-Abstecher, gingen dann ins Bettchen am Fluss.
Am Sonntagmorgen entdeckten wir verzückt die Spuren eines nächtlichen Farbanschlags auf Joys Schnauze! Ein türkiser Riesenklecks befand sich da! Gar nicht nett! Wir hatten in der Nacht bemerkt, dass ein Auto herangefahren war und Leute herum geschrien und gelacht hatten, hatten uns da aber nichts weiter bei gedacht… An Wochenendnächten sieht man hier viele Betrunkene umher geistern… Hmm, naja, ganz unhübsch war der Klecks auch gar nicht und zum Glück hatten die Bösewichte Acryl-Farbe verwendet, die sich relativ gut wieder abziehen lässt… Gerade als wir das Frühstück beiseite geräumt hatten, kam der Schweizer Prinz Pascal vorbei, der auf dem Sprung in Richtung Nordinsel war und auf meine Anfrage noch einem halbstündigen Jonglierründchen zugestimmt hatte. Er, als Zirkusschüler mit Spezialgebiet Juggling, war ebenfalls ein idealer Lehrmeister und Übungspartner. Klappte auch gleich mit sechs Bällen zu zweit ganz prima. Der Prinz lobte meine Fähigkeiten für drei Tage Jonglieren ganz erstaunt! Jippi! Hoffentlich würde ich auf der Weiterreise dran bleiben und es nicht wieder verlernen! Gerade als ich auf dem Weg in die Bibliothek zu Wolfi war, lief mir sogleich nochmals Tomomi mit seiner japanischen Freundin Amy über den Weg. Nachdem Wolfi und ich alles Wichtige in der Bibliothek erledigt hatten, schlossen wir uns den beiden an, schauten einer Busker-Show zu und übten anschließend nochmals für ein Viertelstündchen Jonglieren. Als Tomomi dann zur Arbeit los musste, liefen wir mit Amy noch zu einer weiteren Busker-Show, die für uns zugleich eine der besten Shows dieses einmaligen Festivals darstellte und die wir auch schon mehrfach gesehen hatten: Funny Bones. Zwei Männer (darunter ebenfalls ein Japaner) verbanden professionelle Gauklerei mit witzigen Zaubertricks und einer klasse Monstershow auf überaus unterhaltsame Weise! Spitze! Kann man sicher auf YouTube finden! Es war zugleich die absolut letzte Show des World Busker Festivals in Christchurch! Wir hatten es miterlebt und es war toll! Wirklich toll und einmalig! Am Abend riefen wir unsere liebe Mama an, bedauerten doch ein wenig, an diesem Tag so weit weg zu sein! ;-) Wir machten uns nochmals auf, besuchten Micky Finn’s, den größeren Irish Pub, und stellten fest, dass Kurt Cobain noch lebte und in Neuseeland spielte! :-D Eine klasse Band stand hier mal wieder auf der Bühne, super Songrepertoir und eben dieser Bassmann, der einen fast glauben ließ, Nirvanas Frontmann stände vor Einem! Nach Zwölf ab ins Bettchen – Wochenende um, Shows vorbei – unsere Weiterreise rief nun wirklich!
Der Montag sollte uns also weiter führen – zuerst nur ab nach Lyttelton, dort die berüchtigte Wunderbar ansehen und am kommenden Tag weiter in Richtung Süden. Bloß noch schnell eins, zwei Dinge in der Stadt erledigen: Also ab mit dem Auto in den Park, schnell Zikaden-Fotos machen, duschen, Bibliothek zum Internetten. Und wen trafen wir da kurz vor Abfahrt auf dem Parkplatz wieder? Den Österreicher Peter! Ja, cool! Wir luden ihn sogleich ein, am Abend doch auch nach Lyttelton in die Wunderbar zu kommen und er stimmte freudig zu. Wolfi und ich fuhren also los, ins nur 15km entfernte Lyttelton. Nicht weit weg, aber immerhin: Wir hatten endlich Christchurch hinter uns gelassen! Hui, die Porthills und Meer, sah gleich anders aus! Lyttelton war ein 3000-Seelen-Städtchen mit steiler Hanglage und direkt am Meer, dem Lyttelton Harbour. Es gab eine einzige kunterbunte Hauptstraße mit Bars, Shops – Künstlerstädtchen passt vielleicht ganz gut. Wir fanden ein Plakat, das darüber infomierte, dass jeden Dienstag in der Wunderbar Open-Mic-Night war. Heute also nix! Hm, da standen wir nun auf dieser einen bunten Straße in der prallen Sonne, ziemlich ratlos… Und vermissten… Christchurch! Beide vermissten wir Christchurch – nach fünf Minuten in Lyttelton! Das konnte doch nicht sein! Wir mussten lachen, beschlossen spontan noch einen weiteren Tag in Christchurch zu verbringen, da wir uns irgendwie doch noch nicht richtig davon verabschiedet hatten und die Wunderbar eben erst morgen Programm bot. Während wir zurück fuhren, spaßten wir schon, was ihr nun wohl alle so denken und sagen werdet… Ja, wir sind irre! Wir bleiben den Rest der Zeit einfach in Christchurch, genug von Neuseeland und Landschaften! Christchurch! Hahaaaaa, nein, keine Angst: eine Nacht bloß noch! Wirklich! In Sumner hielten wir an. Schöner Strand, eine tolle Felshöhle, die aufgrund der Ebbe gerade zugänglich war, ein schöner Parkplatz, auf dem wir unser Abendbrot einnahmen und einen Schwaben kennen lernten. Tja, und der empfahl uns glatt noch eine angeblich sehr gute Arbeitsvermittlung in Christchurch… Oder würden wir doch nicht wegkommen? Arbeit stand auf unserer Liste schließlich ganz oben! Also würden wir uns einfach da mal noch registrieren. Zufällig kam auch Peter gerade an dem Parkplatz vorbei, der sich uns sogleich anschloss und wieder mit nach Christchurch fuhr. Wir bezogen den Avon-River-Parkplatz, wo Peter uns ein Ständchen spielte. Ziemlich lustig, mitten in Neuseeland mit Avon-River-Kulisse einen Tiroler mit original Tiroler Hut Ziehorgel spielend vor sich zu haben! Gut gelaunt liefen wir in die Irish Bar zur Quiz Night, welche leider schon voll in Gange war. Wir nahmen trotz keinerlei Chance auf einen Gewinn noch teil, scheiterten kläglich an der neuseeländischen Sportwelt, punkteten aber als 3er-Team bei manchen Musik- und Geografie-Fragen. War witzig!
Am Morgen des Dienstags klopften die Finger des Tirolers gegen halb Neun an unsere Scheibe. Wir fuhren gemeinsam in den Hagley-Park, machten dort ein äußerst gemütliches Sommerbrunch, zu dem Peter uns als Überraschung leckere Donuts besorgt hatte! Wir verabredeten uns am Nachmittag für einen Second-Hand-Shop-Besuch und machten uns auf. Vor der Biblitothek trafen Wolfi und ich zum Xten Male die beiden Jungs (Franz und Max) wieder, die wir zuerst im Northland, mehrfach in Gisborne sowie zu Silvester in Nelson angetroffen hatten. Auch die gab es also noch! :-D Wir tauschten Reisenews aus, berichteten wie wir momentan versuchten Christchurch hinter uns zu lassen und erwähnten, dass es morgen wirklich weiter gehen würde… Wäre uns da nun nicht die angeblich so gute Jobvermittlungsagentur in die Quere gekommen, die wir kurz darauf besuchten. Denn diese hatte nun so gar keine Zeit und lud uns für den folgenden Nachmittag ein! Oh nein, das konnte doch nicht sein! Statt klarer Aussage und festem Plan nun also nochmals ein Tag in Christchurch! Dieses Mal nicht unsere Schuld! Wir trafen Peter im Second-Hand-Trödel-Shop, verbrachten dort sowie in einem weiteren Shop den ganzen heißen Nachmittag. Beim anschließenden Supermarkteinkauf wurde ich mal wieder von einem Kind als Prinzessin entlarvt (geschah auch seit dem letzten Artikel mehrfach!). Mit allen Chili-Zutaten im Gepäck fuhren wir erneut nach Lyttelton, trafen dort Peter wieder, der nun stolzer Besitzer eines Plattenspielers war (und das in einem Reise-Van, in dem auch schon eine Ziehorgel neben Tiroler Hut, Lederhose sowie einer Gitarre haust!) und begaben uns auf einen Parkplatz an einer nahe gelegenen Bucht um dort mit Blick über den Lyttelton Harbour ein leckeres Chili con Carne zu kochen. Serviert auf Tortillas, mit Blattsalat, SourCreme und Käse! Dazu ein Gläschen Pinot Gris, Gitarrenmusik, Ziehorgel, Juggling und… Flöte!!! Denn neben unserer Gitarre, der Mundharmonika, und einigen Jonglierbällen wohnte seit dem Nachmittag ein Blockflötchen in unserer Joy! :-D Haben stundenlang gespielt, musiziert und gejodelt bis ein interessierter deutscher Reisender sich näherte, der zusammen mit seiner Frau schon die ganze Zeit vom Nachbarparkplatz gelauscht hatte. Während wir uns unterhielten, fuhr ein weiterer Van heran, aus dem sogleich ein Mädel zu uns stürzte uns sich auf deutsch unendlich entschuldigte, dass sie mich und Wolfi vor einiger Zeit nicht hatte mit hitchhiken lassen! War das lustig! Dieses Mädel war also auf unserem Hitchhike-Tripp an uns vorbei gebraust, weil sie bereits voll beladen war und das tat ihr noch immer so leid! Sie hatte sogar versucht über Manuel und Marcus eine Entschuldigung an uns ausrichten zu lassen… Dazu muss kurz erwähnt werden, dass das Mädel sowie die beiden anderen, die ebenfalls mit ihr unterwegs waren und langsam zu uns herüber kamen, zugleich alte Bekannte aus dem Coppabeach Hostel in Blenheim waren, wo wir ja auch Marcus und Manuel erstmalig getroffen hatten! Ach ja, Neuseeland ist sooooo klein! :-D Lustig! Wir haben ihre Entschuldigung natürlich angenommen und sind nach all diesen Begebenheiten ziemlich spät mit Peter gen Lyttelton aufgebrochen. Die Open-Mic-Night war bereits in vollem Gange und wie, das kann sich keiner vorstellen, der da nicht selbst war! Lässt sich kaum beschreiben… Krass, irre, ausgefallen – verrückt! Das passt! Nachdem man den Eingang, der durch eine Hitler-Karikatur verziert wurde, passiert hatte, fand man zwischen Lampenschirmen aus Puppenköpfen und anderen gruselig-bizarren Dingen einige lokale „Künstler“, die einer nach dem anderen auf eine Bühne sprangen und dort die unterschiedlichsten Auftritte darboten – von grottenschlecht, aber trotzdem irgendwie interessant bis wirklich beeindruckend gut, aber auch sehr außergewöhnlich! Gitarrenmusik, durch welche eine Dreadlocks-Frau Geschichten erzählte, ein Bekiffter, der ebenfalls begleitet von Gitarre zum Denken anregte, ein Mädel, welches auf witzig-unterhaltsame Weise unwitzige Witze zum Besten gab, ein mutiger Tiroler, der mit seiner Ziehorgel die Zuschauer begeisterte :-D und als Highlight ein älterer Herr, der unter wurmartigen Bewegungen und mit seltsamer Stimme eigene Lyriken hervorbrachte, die später noch von einer Gitarre begleitet wurden. Niemand Profi, nix abgesprochen oder jemals zuvor so performt – viele Bekiffte, Betrunkene vielleicht und alle auf irgendeine Weise etwas irre! So eine Bar sieht man sicher nirgends noch mal! Nachdem die Open-Mic-Night ihre Ende fand und die wirklich wunderhafte Wunderbar sich leerte, spielten wir noch ein wenig Kicker, ehe wir irgendwann spät wieder in Richtung der Bucht zurück fuhren. Wir schliefen jedoch kurz vor der Bucht auf einem Platz hoch über dem Lyttelton Harbour ein. Wolfi und Peter grübelten noch eine Ewigkeit über einer elektrischen Schaltungsproblematik bezüglich Autobatterie, Ersatzbatterie und Kühlschrankdauerbetrieb, was mich sanft in den Schlaf wiegte.
Am heutigen Morgen wieder das 8.30 Uhr Tiroler Klopfen an der Autoscheibe! :-) Ein heißer Sturm draußen, der Staub, Blätter und Papier durch die Lüfte wirbelte… angeblich ein Wirbelsturmausläufer. Wir parkten auf dem Parkplatz vom Vortag, auf dem noch immer das deutsche Reisepaar sowie die Blenheimer Truppe stand, frühstückten gemütlich, duschten an der Stranddusche, musizierten und trödelten in der Hitze und umweht von den Böen herum bis um Eins. Dann verabschiedeten wir uns vom lieben Peter, den wir nun nicht noch einmal gesehen haben, mit dem wir aber zwei wirklich schöne Tage verbracht haben, und fuhren nach Christchurch zur Jobvermittlungsagentur, in der wir uns binnen eineinhalb Stunden durch ein grausiges Sicherheit-am-Industriearbeitsplatz sowie durch gefühlte hunderte Formulare wühlten. Tja, da sind wir also nun registriert. Es läuft dort so, dass man jeden Morgen eine kostenlose Nummer anruft und nach Arbeit für den selben Tag fragt und mit etwas Glück diese auch bekommt. Das kann ein Job für einen Tag, aber auch ein Job für mehrere Wochen sein. Je nachdem was am Morgen eben gerade frei ist! Irgendwie scheint uns das etwas merkwürdig, da man nie sicher weiß, was einen erwartet. Wir haben nun entschieden, heute noch einmal hier zu schlafen, morgen früh um 06.30 Uhr einmalig dort anzurufen und abhängig von dem Resultat, ob wir morgen Arbeit haben oder nicht, weiterreisen oder eben nicht. Wir werden jedoch keinesfalls mehrere Tage hier warten um jeden Morgen erneut dort anzurufen, wenn es nicht sofort klappt! So der Plan! Hab vorhin auf dem Weg in die Bibliothek im botanischen Garten unterm Zikaden-Baum sogleich auch wieder Tomomi beim Contact Juggling angetroffen um den bereits eine Schar Zuschauer gebannt die scheinbar zwischen seinen Fingern schwebende Glaskugel verfolgte während aus der tragbaren Musikanlage zauberhafte Töne erklangen und anmutende Bewegungen ausführte. Magie! So kann man diesen Japaner und sein Tun und Wirken beschreiben! ;-) Ist jetzt 20.18 Uhr, Magen knurrt und wir haben erstmals so etwas wie Butter im Autokühlschrank! Die gibt es heute zusammen mit Brie-Käse aus dem Angebot auf relativ frisches, gesundes Mehrkorn-Toastbrot, das heute mal nicht aus dem billigsten Supermarkt-Regal kommt! Hat Peter die letzten zwei Tage immer gegessen und zumindest ich kann mir heute einfach nichts Besseres vorstellen als ein leckeres Butterbrot! ;-) Hmmmmm, auf geht’s! Sind gespannt, ob wir morgen Arbeit haben oder unsere Reise fortsetzen!

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