Unsere Doubtful-Sound-Reise – Momente für die Ewigkeit

12.30 Uhr legte das Boot ab, welches uns in Richtung Doubtful Sound zuerst binnen 50 Minuten über den Lake Manapouri, den zweit tiefsten See des Landes, brachte. Auf der ruhigen Wasseroberfläche glitten wir in Richtung Wildnis des Fjordland Nationalparks davon, abseits jeglicher Zivilisation. Dunkelgrün bewaldete Berge rückten näher, auf welche wir vom Deck aus blickten. Warm und winddicht eingepackt trotzten wir dem kalten Fahrtwind bei einem guten Wetter aus Sonne und Wolken. An Bord befanden sich etwa siebzig Gäste, unter denen wir dieses Mal tatsächlich die einzigen typischen Backpacker zu sein schienen. Viele ältere Reisegruppen und Ehepaare, neben Australiern, Non-Stop fotografierenden Asiaten und Iren natürlich auch einige Deutsche darunter, allesamt nett und freundlich wirkend. Wir kamen sogleich mit einer europäischen 8-Mann-Reisegruppe bestehend aus Belgiern und Deutschen ab unserem Alter in Kontakt, die in ihrer Kleingruppe eine vierwöchige, geführte Neuseelandreise unternahmen und nun in ihren letzten fünf Tagen steckten. Die Atmosphäre war schon nach den ersten Seemetern entspannt und wohlfühlig. Wir freuten uns, genossen den Anblick des dunklen, klaren Sees, der Natur, den Wind, die Sonne und die Gemütlichkeit. Bald rückte die Manapouri Powerstation in Sichtweite, deren Betreiben Neuseeland 14% seines Stroms einbrachte und die aufgrund ihrer Lage inmitten des Nationalparks nicht ganz unumstritten war. Wir legten am West Arm des Lake Manapouri unterhalb der Riesenstrommasten an, wurden nach kurzem Aufenthalt in einer kleinen Infohütte sowie Abspaltung der wenigen Tagestour-Gäste in zwei große, komfortable Reisebusse verfrachtet. Der Bus-Transport bis zum Doubtful Sound dauerte eine halbe Stunde. Begleitet von interessanten Kommentaren des Busfahrers ging es über eine Schotterstrecke mitten durch den Wald des Nationalparks. Dunkelgrüne Farne, bemooste Urwaldbäume und herrliche Wasserfälle zogen an den großen Scheiben des Busses vorüber. Auf dem höchsten Punkt wurde für einen Lookout angehalten und wir erblickten zum ersten Mal von oben den Doubtful Sound, der sich zwischen riesigen, aufragenden, dunkelgrünen Bergen entlang schlängelte. Wow! Eine 20% Steigung ging es nun lange bergab – eine der steilsten Straßen Neuseelands! Wir erfuhren vom Fahrer, dass dieser Weg per Boot über den Lake Manapouri und anschließend entlang dieser unbefestigten Privatstraße vom Festland ausgesehen den einzigen Zugangsweg zum Doubtful Sound darstellte. Es gab hier nirgends Häuser, nur wenige, einzelne Fahrzeuge von Privatmenschen, die diese hauptsächlich zum Transport ihrer Boote zwischen See und Sound nutzten, Besucherzahlen sind streng limitiert. Dies sind Gründe, weswegen eine Doubtful Sound Tour um Einiges teurer als eine Tour auf dem viel befahrenen Milford Sound ist und weswegen der Doubtful Sound auch noch so unbelassen ist. Am Deep Cove Arm stoppte der Bus vor unserem bereit stehenden Real Journeys Segelboot. Real Journeys ist der einzige große Anbieter, der Doubtful Touren durchführen darf. Herzlich begrüßt von der achtköpfigen Besatzung betraten wir unser Wasserhotel, staunten über dieses schöne Boot: zwei große Außendecks mit hohen Segelmasten, drei geschmackvoll eingerichtete Etagen im Inneren, welche zuoberst einen großen, hellen Speise- und Aufenthaltssaal (sogar mit Piano darin) sowie einen Ausblicksraum, in der mittleren Etage die Doppelzimmer und in der unteren Etage die Quad-Zimmer, gemütliche 4er-Kajüten mit etlichen sauberen Duschen und Toiletten im Gang, umfassten. Wir bezogen zusammen mit einem netten, australischen Ehepaar unser Zimmerchen „Southern“ im Unterdeck. An einer goldenen Klingelleiste standen sogar unsere Namen vor der Kabine. Liebevolle Details! :-) Wieder gab es Doppelstockbetten, jedoch boten diese viel mehr Raum und Bequemlichkeit als jene des Aquapackers Hausboots von unserer Kayaktour im Abel Tasman. Richtig luxuriös! Wolfi entschied sich für das untere, ich für das obere Bett, welches am Kopfende ein kleines Fensterchen hatte, das genau auf Seespiegelhöhe lag. Vielleicht würde ja am Morgen ein Delfin anklopfen? :-) Wir begaben uns zurück in den Saal, wo bergeweise warme, duftende Muffins auf uns warteten. Tee, Kaffee, Kakao und Wasser standen sowieso frei und rund um die Uhr zu Verfügung. Wir ließen uns auf einer der Sitzecken vor den großen Fenstern mit Blick auf den ruhigen Doubtful Sound zum Kaffee nieder und waren schlichtweg begeistert. Nach dem Snack machten wir uns auf Deckerkundung. Für 70 Mann bot das Schiff Raum und wirkte nicht annähernd voll! Überall ließ sich ein einsames Plätzchen finden. Ruhe, Entspannung, Wohlfühlen, Genießen, Schauen, Staunen – dafür war dieser Ort geschaffen, weit abseits jeder Hektik. Toll! Wir zogen auf der spiegelklaren, dunklen Wasseroberfläche durch die dunkelgrünen Fjordberge, mit ihren weichen, abgerundeten Gipfeln. Unberührter Regenwald umgab uns zu beiden Seiten – kein anderes Boot, kein Haus weit und breit. Ganz einsam schipperten wir dahin. Mehr als hundert Meter hohe Wasserfälle mündeten neben uns sachte in den Fjord, urwaldartige Vogelgeräusche drangen ab und an hervor, einzelne Wasservögel schwammen an den felsigen Ufern. Ein Natur-Guide, der jede dieser Touren begleitete, gab ab und an per Mikrofon Informationen zur Tierwelt und der Vegetation, machte uns bald auf einen speziellen Fjordland-Pinguin aufmerksam. Leider haben wir ihn jedoch einfach nicht erblicken können. Mit Birgen, einem netten Belgier, haben wir zusammen auf dem Deck gesessen, fotografiert und geredet bis der erste Programmpunkt des Tages anstand: 50 Minuten entweder Kayak- oder Motorbootfahren auf dem Sound. Wir entschieden uns sofort für Kayaken, schwangen uns in Badesachen, schmierten uns gegen die gut vertretenen Sandflies ein und sprangen zusammen mit etwa 20 weiteren Kayak-Willigen jeder in ein kleines Einzelkayak. Entlang der felsigen Ufer ging es unter Farnen, Bäumen und Wasserfällen über das stille Wasser. Ganz leicht und ohne Eile paddelten wir dahin, schauten auf entlang der direkt neben uns aufragenden Berge, unter denen man sich ganz klein vorkam! Toll! Nachdem wir wieder sicher und nicht ganz trocken an Bord waren, wurde zum Badestopp gerufen. Neben uns nahmen nur vier weitere Gäste am Bad teil, darunter auch unsere australischen Zimmergenossen sowie Birgen. Mutig hüpften wir direkt von der drei Meter hohen Reiling in das tiefgrüne, ja fast schwarze, leicht salzige, tiefe, mit 14°C doch ziemlich prickelnd kalte Fjordwasser. Was will man auch anderes machen, wenn man von mindestens 50 Augenpaaren der warm eingemummelten, nicht badenden Gäste von allen Decks und Fenstern aus gespannt beobachtet wird? Hui, ohne Vorwarnung wirklich frisch! Unter Applaus und fotografiert von beinahe ebenso vielen Digitalkameras wie Menschen an Bord schwammen wir einige Züge inmitten des Fjords umher. So belebend, so einmalig in dieser überwältigenden Umgebung, da war die Kälte nebensächlich! Auch nachdem wir wieder bibbernd an Deck geklettert waren, bekamen wir nochmals Lob von Crew als auch Mitreisenden für unseren Mut mit anscheinend gutem Unterhaltungswert ausgesprochen. War wirklich genial! Genauso die heißen Duschen im Bauch des Bootes danach. :-) Kaum tauchten wir getrocknet und warm bekleidet wieder auf, erwartete uns eine heiße Suppenmahlzeit im Saal. Curry-Kürbis-Creme- (meine Wahl) und Pilz-Kartoffel-Suppe (Wolfis Wahl), beides oberlecker, wärmten uns nun noch von Innen. Wieder setzten wir uns in den Fahrtwind aufs Außendeck, cruisten in Richtung der Meeresmündung, wo auf einem Felsen eine große Seelöwenkolonie hockte und sich bei ihrem Treiben einige Zeit lang bestaunen ließ. Es kam der Zeitpunkt des Segelhissens. Die Motoren trieben uns nun unterstützt vom Wind weiter hinaus auf die raue Tasmanische See. Meter hohe Wellen verliehen dem Deckaufenthalt enormen Spaß und ganz unerwartet sprach der Nature-Guide plötzlich von Albatrossen! Da ließen sich die größten Vögel der Welt durch Windböen über das Meer tragen, umkreisten unser Boot gar nicht allzu weit entfernt! Begeisterung unsererseits! Diese Tiere auf dem Tripp auch gleich noch erblicken zu dürfen, damit hatten wir ja überhaupt nicht gerechnet! Nachdem wir ausreichend Zeit nahe ihrer Flugbahnen verbracht hatten, fuhren wir allmählich zurück in das Soundinnere, erblickten noch ein Weka-Pärchen (flugunfähiger, neuseeländischer Vogel, der dem Kiwi ähnelt und von Touristen – wie uns auch einst – durchaus gern mit diesem verwechselt wird) am Felsrand. Und schon war es halb Acht: zum Dinner wurde in den Saal gerufen. Die Zeit war im Fluge vergangen bzw. in der Bootsfahrt! Unglaublich! Mit Birgen sowie dem original neuseeländischen Tourguide der europäischen Reisegruppe teilten wir uns einen Tisch und bekamen auch gleich mal noch einige nützliche Reisetipps für unsere letzten Wochen in diesem wunderschönen Land. Das Buffet, welches vor Eröffnung von der Crew erläutert wurde, war der absolute Wahnsinn: frische Salate mit verschiedenen Dressings, Kartoffel-, Gemüse-, Hühner-, vegetarische Pfanne, Reis, Rinder-, Lammbraten und geräucherter Lachs waren edel dekoriert und reichlich aufgebart. Nachdem wir genüsslich gegessen hatten, begaben wir uns hinaus um noch schnell einige Blicke des Sounds im Einfall der Dunkelheit zu erwischen. Mystisch schwarz verfärbten sich die Hügel über den noch immer stillen Wassern. Sogar einige Sterne blitzten zwischen der Wolkendecke hervor. Es folgte das Dessert: Banoffee-Cheesecake, Pavlova (Kiwi-Spezialität in Form einer süßen Eischnee-Torte mit frischen Früchten und Sahne), Chocolate-Mudcake, warmer Apple-Crumble (Obst-Butterstreusel-Auflauf) mit heißer Vanillesoße und Obstsalat standen zur Wahl. Das gesamte Essen war frisch zubereitet und sehr gut! Wir aßen so fein wie lange nicht, zogen satt wie lange nicht in den angrenzenden Observationsraum zur Slide-Show des Nature-Guide. Dieser startete um halb Neun einen interessanten Powerpoint-Vortrag über das Fjordland. Geografisches, Geschichtliches sowie Tier- und Pflanzenwelt wurden angerissen. Anschließend blieb Zeit für Fragen, wo unter anderem geklärt wurde, warum die Sounds des Fjordlandes, von denen der Doubtful nach dem Dusky der zweit längste und mehr als drei Mal größer als der Milford Sound war, eigentlich gar keine Sounds sind. Als die Meeresarme vor langer Zeit erstmalig entdeckt wurden, hatte man sie aufgrund ihres Aussehens einfach als Sounds bezeichnet. Erst später erlangte man das Wissen, dass deren Entstehung auf Gletscher zurückzuführen ist, die tiefe, steile Täler ausgekratzt haben, welche sich mit Meerwasser füllten: Fjorde. Da es nicht einfach ist, geografische Namen auf sämtlichen Weltkarten im Nachhinein zu ändern, wurden die irrtümlichen Sound-Namen beibehalten, die gesamte Region aber zur Richtigstellung als Fjordland bezeichnet. Als es genug der Infos war, kletterten wir nochmals auf’s Oberdeck. Bloß zu fünft schauten wir in der kalten Nacht dem mehr und mehr aufklarenden, wandernden Sternenhimmel über den schwarzen Bergen zu und unterhielten uns. Zwei Deutsche der europäischen Reisegruppe waren die ersten Menschen in unserem Alter, die wir in Neuseeland trafen und die Berichte unseres neuseeländischen Backpackerlebens unfassbar zu halten schienen! Unglaublich, keine Dusche jeden Morgen? Wie bitte, in einem Mini-Van leben? Klang fast wie eine Mischung aus Mitleid und vielleicht doch auch etwas Neid. So würden sie das später auch mal machen… ;-) Wir hätten nie gedacht, dass unser für uns so normales Dasein hier doch so fremdartig für Deutsche klingen kann, die man hier ja überall sonst als Backpacker-Gefährten antrifft. Gab scheinbar doch auch junge Deutsche, die Neuseeland etwas komfortabler bereisten und noch nie etwas von Backpackern gehört hatte! :-D Gegen Elf wurde es zu kalt. Noch ein weiteres Stündchen saßen wir im leeren Saal beisammen, krochen um Mitternacht in die Kojen. Am nächsten Morgen würde bereits um 06.15 Uhr wieder zum Aufstehen gerufen. Die Australier schnarchten schon längst, schnarchten so laut, dass die Nacht sehr kurz war. Trotzdem fiel das Aufstehen nicht wirklich schwer. Morgendliche Anblicke des Doubtful Sounds wollten wir keinesfalls verpassen! Mit einem heißen Getränk begaben wir uns auf das einsame Oberdeck und schauten zu, wie sich der Himmel langsam aufhellte und das auffällige Leuchten der Venus verschwand. Plötzlich sprach der Nature-Guide und das Boot nahm an Geschwindigkeit ab: Delfine in Sicht! In einiger Entfernung rechts von uns tauchten drei Bottelnose-Dolphins im Dämmerlicht auf und ab, hinterließen auf der stillen, schwarzen Wasseroberfläche beim Abtauchen sich kreisrund ausbreitende, im Morgenlicht silbern schimmernde Wellenformen. Seit über einer Woche hatten die Gäste der Doubtful-Overnight-Touren nicht mehr das Glück Delfinen zu begegnen. Doch heute zeigten sie sich wieder, tauchten auf und ab, zogen in langsam anmutigen Bewegungen vorwärts! Was für ein Glück für uns – und wie schön! Ganz freiwillig kamen sie heraus, zeigten sich in ihrer natürlichen Umgebung des Doubtful Sounds, den die etwa 60 dauerhaft hier lebenden Flaschennasen-Delfine nur sehr selten verlassen (verständlicherweise :-) ). Sie gehören zu den größten Delfinen der Erde! Beeindruckend! Außerdem hatten wir auch hinsichtlich des Wetters ziemliches Glück mit unserer Tour, denn auch am heutigen Tag ruhige See, kaum Wolken am Himmel, kein Tröpfchen Regen. Bei 200 Tagen Regen im Jahr (durschnittlich 7m!) war das eher eine Ausnahme. Einzig die transienten Wasserfälle sowie der aus den Bergen aufsteigende Dunst nach frischem Regen blieben uns deshalb verwehrt. Statt der 16 dauerhaften können sich nach starkem Regenfall bis zu über 1000 vorübergehende Wasserfälle an den Wänden des Sounds zeigen! Alles geht nicht und unbeschreiblich schön war es ohnehin! Die Sonne tauchte die Berggipfel in Orange, wir begaben uns in den Saal, plünderten das luxuriöse Frühstücksbuffet, das neben kontinentaler Auswahl mit frischem Obst, Säften, kalten Joghurts, vielen Müslisorten, warmen Croissants und süßen Aufstrichen auch warmes Essen (Ei, Bacon, Kartoffelpuffer, Würstchen) bereithielt. Hmmm! Zum Nachtisch überraschten uns noch mehr Delfine aus dem Schwarm, die nun direkt am Bootskiel über zwanzig Minuten mit uns schwammen. Sogar eine Delfinmama mit ihrem kleinen Kalb befand sich darunter. Die schönen Tiere hielten mit, sprangen, schmunzelten, spielten, winkten, drehten Pirouetten – mal zu zweit, mal zu dritt, in der Ferne noch weitere sechs bis acht, deren Rückflossen immer wieder über dem Wasser erschienen, und brachten Erstaunen, Lächeln und einzelne Tränchen auf die Gesichter der Gäste! Ich denke, das tollste an den Delfinen war einfach, dass die Tiere sich ihr Bootsbegleiten selbst ausgesucht haben, selbst entschieden haben zum Spielen ganz nah heran zu kommen und sich so lange von uns anschauen zu lassen. Freiwillig und in ihrer ihnen vertrauten Umgebung des wundervollen Doubtful Sounds! Das ist tausendmal mehr wert als jede Delfintour mit Geld-zurück-Garantie, in der den Meeresbewohnern mit allen Mitteln hinter gejagt wird, damit die Tour-Anbieter ihrem Versprechen um jeden Preis nachkommen und die Touristen nicht in Gelegenheit kommen tatsächlich ihr Geld zurück zu verlangen. Ja, das waren beeindruckend nahe Momente mit den stillen, geschmeidigen, freundlichen Meeresbewohnern! Nochmals wurde Fahrt aufgenommen um zwischen den Bergen hindurch in einen besonders schönen Fjord-Arm, den Hall Arm, zu gleiten. Umragt von hohen, grünen Felswänden erlebten wir nun noch die „Sounds of Silence“: Der Motor des Bootes wurde komplett abgestellt, alle Passagiere wurden gebeten sich für die kommenden Minuten total still zu verhalten, die Kameras ausgeschaltet zu lassen und einfach die Umgebung in sich aufzunehmen. Und es wurde still! Nichts! Keiner regte sich, das Schiff lag seelenruhig auf dem Wasser, einsam zwischen den überwältigenden Urwäldern aus Farnen, Moosen und Wasserfällen trieben wir dort für etwa fünf Minuten in absoluter Ruhe und schauten über das stille, dunkle Wasser, auf die unfassbar hohen Berge, wurden von der Natur und Wildnis und Einsamkeit des Fjordlands verschlungen. Auch nachdem die Motoren wieder gestartet wurden, kamen Gespräche und Bewegungen nur langsam wieder in Gang. Das war schon ergreifend und intensiv, zusammen und doch jeder in diesen Momenten irgendwie für sich allein auf der unfassbar schönen Welt. Bevor die atemberaubende Doubtful-Sounds-Tour dem Ende zuging, fuhr der Captain das Schiff noch unter einen Felsüberhang – so dicht, dass die Farne und Palmen des Regenwaldes direkt auf das Deck tropften. Unser australischer Kabinenbewohner und Wolfi stellten sich direkt darunter, duschten im Regen des Regenwaldes. Macht man nicht alle Tage. :-) Gegen Zehn legten wir wieder in der Deep Cove des Doubtful Sounds an, verabschiedeten und bedankten uns bei der tollen Crew, die so viel zu dem einmalig schönen Erlebnis beigetragen hatte, bestiegen die Busse, fuhren zurück durch den Dschungel zum Lake Manapouri, wechselten auf das Transportboot und fuhren in Richtung Manapouri Heimathafen zurück. Müde, glücklich und zugleich irgendwie traurig über das Ende der unvergleichlich schönen Doubtful-Sound-Reise genossen wir die letzten Minuten auf dem einsamen Außendeck oder im warmen Inneren des Bootes. Alle Gäste waren überwältigt und mitgenommen von den letzten vierundzwanzig Stunden. Niemand wird dieses Erlebnis wohl so schnell vergessen! Am Ufer wartete bereits die nächste Truppe der Doubtful-Reisenden, mit denen wir am Liebsten sofort noch einmal aufgebrochen wären! Auch ihnen steht diese Reise bevor, die sie nie mehr missen wollen werden! Für uns war sie auf jeden Fall eine der besten, vielleicht sogar die beste Unternehmung, unseres Neuseeland-Abenteuers und wir sind froh, uns dafür entschieden zu haben, würden es jedem, der die Möglichkeit hat, ebenfalls empfehlen! Das vergisst man nie mehr! Wir verabschiedeten uns nun auch von den anderen Gästen inklusive der europäischen Reisegruppe. Auch tolle Leute haben wir kennen gelernt und mit ihnen einmalige Momente geteilt! Irgendwie war und ist es ein bisschen komisch, von so einem Erlebnis plötzlich wieder in den für uns „normalen“ Reisealltag zurück zu kehren. Was soll jetzt noch kommen? Man möchte zurück in diese Umgebung, diese Ruhe und Natur, diesen geheimen, versteckten, herrlichen Ort, der irgendwie in einer anderen, doch weit entfernten und nicht so einfach erreichbaren Welt liegt. Nichts anderes wird mehr mithalten und einen begeistern können! – So zumindest der Eindruck nach Ankunft in Manapouri. Komisch! Ein Ehepaar, das wir hier in Te Anau im Supermarkt kurz danach wieder trafen und welches mit uns auf dem Boot war, äußerte diese merkwürdigen Gefühle ebenso. Langsam geht es schon wieder und das Aufschreiben hilft schließlich, das die Erinnerungen möglichst für immer so lebendig bleiben! Habe das eben alles fast noch einmal erlebt! :-) Gut, dass das mit dem Tippen so direkt nach der Tour möglich war, wo alles noch ganz frisch ist! Tja und auch ihr habt diesen Tripp jetzt eigentlich mit uns erlebt und mit gefühlt. Es war einfach wahnsinnig schön, oder?! :-)
Von Manapouri sind wir danach 22km nach Te Anau am gleichnamigen, klaren See Te Anau gefahren. Haben hier Taschen ausgepackt, eingekauft, am See ausgespannt, nachgedacht, verarbeitet. Ist jetzt 21.40 Uhr und dunkel. Die vier Dortmunder sind hier irgendwo am See und warten auf uns. Ach ja, es war wirklich so toll, hunderte Bilder folgen irgendwann! Bis zum nächsten Mal! :-)

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Eine Antwort auf Unsere Doubtful-Sound-Reise – Momente für die Ewigkeit

  1. Renate sagt:

    Ich freue mich, dass Ihr diese Tour gemacht habt ! Nur selten im Leben gibt es solche
    intensiven Momente. Ich bin sehr gespannt, wie es Euch am Milford Sound gefällt.
    Viele Grüße aus der Heimat! Renate & BF

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