Autosuche, Mount Eden und Karaoke auf Eis

Am Dienstag begann unsere aktive Autosuche. Die war aber irgendwie nicht so der Hit. Wir haben drei Vans besichtigt: Der Erste wollte sehr viel Geld, das Auto war ziemlich gut, allerdings nichts darin umgebaut zum Schlafen und Kochen… Wolfi war begeistert vom technischen Zustand, aber der Typ ließ kaum mit sich handeln – also zu teuer und keine Ausstattung! Zu Besichtigung Nummer Zwei verabredeten wir uns an einer Tankstelle. Als das Auto heranfuhr erschrak ich, denn es war ein sehr komischer Kauz, den wir am Vortag schon zufällig getroffen hatten. Dessen Anzeigen hängen überall, allerdings mit unterschiedlichen Preisangaben und Handynummern und immer ohne Details. Er hat uns die typische ich-verkauf-für-einen-Freund-Nummer aufgetischt… Das Auto an sich war laut Wolfis Check technisch ganz okay, aber ohne Umbau (Bett, Kochzubehör). Merkwürdigerweise ist der schmierige Typ von einem sowieso schon relativen Spottpreis sofort noch um ein Viertel niedriger gegangen… Wolfi zog das Auto in Erwägung, ich jedoch habe ein sehr, sehr komisches Gefühl bei diesem Typen… Am liebsten würde ich nie wieder auf ihn treffen und mag auch kein Auto von dem! Der dritte Verkäufer war selbst Backpacker aus Israel – wir setzten große Hoffnungen in sein Auto. Er hat auch nur so mit lobenden Worten geblubbert und der Van war bereits für Backpacking voll umgebaut mit Bett und sämtlichem Campingzubehör. Allerdings kritisierte Wolfi den technischen Zustand und dafür war es auch noch ziemlich teuer. Unsere Treffen waren wohl eher erfolglos…
Während des Automarathons kamen wir mal wieder an diesem wahnsinnig süßen Gummibaum vorbei. Beeindruckend! Der steht auch noch mitten in der Stadt an der belebtesten Straße von ganz Auckland! Wir staunen jedes Mal, wenn wir an ihm vorbeikommen (das Pünktchen am Stamm bin ich):

Und ebenfalls während der Autochecks gab es nicht weit vom Gummibäumchen als Stärkung typisch einheimisches FastFood: gefüllte Fleischpastete mit Ginger Beer. Hmmmm… naja, halb lecker immerhin ;-)

Am Nachmittag wollten wir eigentlich mit Jelle auf den Mount Eden wandern. Nachdem wir fünf Minuten unterwegs waren begann es jedoch so aus Kannen zu schütten, dass wir total durchweicht umdrehen mussten. Sind dann in Richtung Cafe und als wir dieses erreichten, schien natürlich längst wieder die Sonne am stahlblauen Himmel… Ärgerlich, aber so ist das hier eben!
Unser bisheriges Hostel haben wir noch ein letztes Mal bis Donnerstag verlängert!
Und nachdem wir am Abend nach ein paar warmen Käsenudeln, Keksen und sogar etwas gesundem Obst acht weitere Van-Verkäufer per SMS kontaktiert und um einen Termin gebeten haben sowie zwei Stunden im Netz nach Vans geschaut hatten, konnten wir absolut keine Autos mehr sehen und gingen kaputt und etwas demotiviert bereits um Neun ins Bett.

Dafür waren wir am gestrigen Mittwochmorgen bereits 06.30 Uhr wach. Unser vorletztes Frühstückchen im ersten Hostel haben wir mal in Bildern festgehalten. Gab jeden Morgen Toast, Waldfruchtmarmelade, Erdnussbutter in allen Formen, Milch, Saft und Wolfi war unser Eierbrater. Ich wusch dafür ab.

Ahja, und diesen hier hat Wolfi mitreisen lassen, um es uns überall ein bisschen wie zuhause zu machen :-)
Erstaunt entdeckte ich nach dem Frühstück in meinen Mails die Antwort unserer Neuseeländerin – endlich haben wir ihren Namen :-)
Außerdem haben wir uns um ein neues Hostel gekümmert für zwei Nächte ab heute, also Donnerstag . Scheint ganz toll zu sein und in Strand- und Museumsnähe! Sind gespannt und Museum inklusive Maori-Kultur steht eh noch auf dem Auckland-Plan. Haben noch einmal ein kleines, günstiges Doppelzimmer genommen, aber Frühstück müssen wir selbst besorgen. Und obwohl das alles toll klingt, wären wir trotzdem zufriedener, wenn wir doch endlich ein Auto hätten und damit so richtig losreisen könnten! Naja, abwarten…
Gegen 11.00 Uhr sind wir zu zweit und wetterfest gekleidet (es waren mal wieder schon mindestens fünf plötzliche Wetterumschläge) losmarschiert in Richtung Mount Eden – dem mit 196m höchsten der 50 Vulkane im Stadtbereich Aucklands.
Zu Beginn trafen wir auf einen Gitarrenladen. War schön da drinnen und hätten wir schon einen Van gehabt und noch genug Geld übrig, wären ein oder zwei Dinge in unseren Besitz übergegangen… ;-)

Kurz darauf kamen wir an einem interessanten Friedhof vorbei. Zwischen Gräbern und Ruinen standen da Palmen! Doch so manche Frühlingsboten von zuhause ließen sich auch finden. Merkwürdige Mischung…

Nach einigen Kilometern durch die Stadt, einem ersten Schaf, frühlingshaften Kirschblüten an hübschen, kleinen Häusern und einer Regendusche, sahen wir ihn langsam größer vor uns: Mount Eden, Maungawhau auf Maori!

Der Aufstieg ging ganz gut. Es kam uns vor als würden wir durch einen steil angelegten, botanischen Garten wandern:

Auf der Spitze in verschlug es uns dann die Sprache! Zum Einen weil man bei dem Sturm da oben gar nicht mehr atmen konnte und man selbst mit der Absicht, sich den Abhang hinunter zu stürzen, vor lauter Gegenwind nicht stürzen konnte. Uns ist jetzt auch verständlich, warum das Wetter binnen Sekunden umschlägt… Zum Anderen wegen des atemberaubenden (im wahrsten Sinne des Wortes :-D ) Panoramas inklusive echtem, 50m tiefem, begrastem Vulkankrater. Ja, sogar Rangitoto Island mit dem Vulkan, auf dem wir vor einigen Tagen erst waren, konnten wir entdecken! Boah!

Frisch geduscht und mit – wie immer – Nudeln im Bauch sind wir zu unserer Verabredung mit Jelle aufgebrochen. Ihre Sprachschulklasse trifft sich mittwochs zum Kneipenabend und dort waren wir dann auch mal für zwei Stündchen auf unser erstes neuseeländisches Bier!

Danach gab es ein McDonalds-Eis (wow, viel größer als bei uns und echt gut!) und als wir auf der Endstrecke unseres Heimwegs waren, kamen wir an einer Eisdiele vorbei in der es irgendwie laut war. Haben reingeschaut, Karaoke-singende Asiatinnen gesehen und schwups… da hatten Wolfi und ich die Mikros in der Hand und “Summerlovin’” (aus Grease) gesungen – einfach so mitten in ‘ner Mini-Eisdiele mit lauter Kitschrosa und riesigen Schoko-Streusel-Waffeln… :-D

Im Hostel haben wir noch etwas gepackt, gebloggt und nun ist’s schon Donnerstag. Heute in ein paar Stündchen wird es unser letztes Frühstück for free geben, danach werden wir umziehen nach Parnell. Auch mit dem Internet wird es dann wohl etwas enger, dafür gab es jetzt noch einmal diesen langen, reich bebilderten Bericht! Muss eventuell in so ausführlicher Form vorerst reichen, also bis dann ;-)

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