Bettproblem und gute Aussicht

Mein erster Blick heute morgen gegen halb sieben aus dem Fenster sah so aus:

Nach dem Aufstehen gab es endlich zum Frühstück mal Abwechslung! In der schönen, hellen, großen Hostelküche haben wir aus unseren Einkäufe ein leckeres Frühstück hergerichtet – endlich mal Butter ohne Erdnuss, Käse, zarter Schinken, Joghurt und Obst! Danach sind wir mit unserem neuen Gefährt Joy los und haben in einem großen Einkaufscenter viel, viel Zubehör für das Leben auf der Straße gekauft! Ist aber noch längst nicht alles, was wir brauchen…

Blöd ist bloß, dass wir das Wichtigste, ein Bett mit Matratze, noch nicht auftreiben konnten! Es gibt hier solche speziellen Van-Ausbauer, die den Travellern Betten und Tischchen in ihre Vans bauen. Allerdings konnten wir keinen von denen wirklich schnell erreichen… Tja, und ohne zu wissen, wie viel Platz nach Betteinbau noch bleibt, konnten wir natürlich auch nicht das gesamte Zubehör kaufen :-/ Haben bis 16.00 Uhr außer dem Einkauf auch nix weiter geschafft und uns zum Mittag-Kaffee Nudeln mit Tomatensoße selbst gekocht. war ein wahrer Traum im Gegensatz zu den vorher täglichen Fertignudeln. Nebenbei kam trotz der Autofreude gleichzeitig so ein wenig Panikgefühl, denn heute ist die letzte Nacht hier im Hostel und wir haben noch keine Schlafmöglichkeit im Auto! Und einfach eine Matratze kaufen und reinlegen geht auch nicht, weil das Auto eben kein großer Van sondern ein Mini-Van ist. Ohne ein erhöhtes Bett, unter welches das Zubehör in Boxen gesteckt werden soll, nimmt das ganze Zubehör den Platz weg und wir passen nicht mit rein… “Hilfe” dachten wir. Haben dann beim netten Hostelleiter gefragt, ob unser Zimmer eventuell noch eine Nacht frei wäre – Antwort negativ. Er überlegte kurz und plötzlich bot sich doch noch eine Schlafmöglichkeit… Werden nun auch für morgen Nacht noch ein Dach überm Kopf haben, das schon mal ein Stück mehr Straßenfeeling bieten wird als ein normales Hostelzimmer und ist sogar billiger. Lustig, we will see… ;-)
Wieder beruhigt und mit Elan haben wir uns erneut ins Auto geschwungen und sind zu einem Matratzenladen gefahren um nach Größen und Preisen zu schauen. Haben da mit der super Hilfe der Ladeninhaber passende Bettchen gefunden, werden die aber erst holen, wenn das Gestell im Auto ist. Wir dürfen dann sogar zwei verschiedene Größen im Van austesten, damit es ganz sicher sitzt. Juhu, und noch ein Erfolg: Auf dem Rückweg entdeckte Wolfi einen Baumarkt. Wir fragten nach, ob es möglich wäre eine Palette zu bekommen oder zu kaufen, weil wir ein Bett bauen wollen. Ganz nett wurde uns erklärt, dass diese nicht in der Regel nicht verkauft oder herausgegeben werden, doch nach Absprache mit dem Chef durften wir uns eine aussuchen und haben direkt eine im richtigen Maß gefunden!

Um deren Form im Auto zu testen mussten wir den Van auf dem Baumarktparkplatz komplett leer räumen. Dazu wollte ich nun noch einmal um ein paar Boxen bitten. Allerdings bekommt jeder Besucher nur eine Box und als die Kundin, die gerade an der Kasse zahlte, dies mitbekam, sagte sie ganz laut: “Oh, I bought so many things and now I can take a box. It should be yours!”, sofort schrie der Mann in der Schlange hinter ihr: “Yeah, you can even have my box, too!” und plötzlich hatte ich mehr Boxen zu Verfügung als ich schleppen konnte. Der gute Mann half mir sogleich auch, sie zu tragen! Hab mich ganz doll gefreut! Zeug in die Boxen, Van leer, schnell die Rücksitzbank raus – aber das wollte einfach nicht. Ein anderer Mann schaute kurz und bemerkte, dass wir das nicht hinbekommen werden. Ah, hmmm. Plötzlich stand der Chef des Baumarktes hinter uns und fragte, ob wir noch etwas brauchen. Er bot uns weitere Paletten an, konnte uns aber bei dem Ausbau der Bank auch nicht helfen. Er erzählt uns kurz von seinem in Deutschland im Blackwood lebenden Bruder und wir sagten ihm, dass wir in den nächsten Tagen sicher noch einmal auf sein Palettenangebot eingehen werden. Wir räumten das Auto wieder ein und machten uns auf den Heimweg. Da kamen wir an einem netten Platz vorbei, der uns von unserer Tante innigst empfohlen wurde! So kam es, dass wir ausgerechnet heute an ihrem Geburtstag auf ihrem Platz – dem “One Tree Hill”, einem weiteren, sehr schönen Vulkan Aucklands – kurz nach Sonnenuntergang vorbeischauten! Hier durften wir nun endlich die ersten lebenden Schafe von Nahem entdecken, die da beeindruckender Weise einfach so frei herumliefen, sogar direkt über unsere Autospur:

Ein paar Impressionen von ganz oben – wir waren begeistert und umso mehr als langsam die Dunkelheit einbrach und die Lichter funkelten:

Liebe Tante Renate, wir haben dir so zu deinem Geburtstag die besten Wünsche vom One Tree Hill aus nach Bad Langensalza geschickt! Bleib gesund und munter und feier schön! :-)

Kurz vor Erreichen unseres Hostels in Parnell hier noch ein Foto für unsere Mama, die sich stets eifrig informiert, was es in unserer aktuellen Umgebung zu sehen gibt. Das mailt sie uns dann extra noch oder teilt es uns so mit:

Vielen, vielen Dank, wir freuen uns sehr über deine schönen Reisetipps! Hoffentlich können wir von Unterwegs dann auch immer ein paar Fotos dazu einstellen! nun Hier also die Holzkirche von Parnell, dessen Häuschen laut Mamas Recherchen tatsächlich im viktorianischen Stil gebaut sind:

Jetzt sitzen wir wieder im warmen Hostel mit satten Bäuchen, waschen schon fleißig um alles für unsere Fahrt vorzubereiten und planen den morgigen Bettbau-Tag. Hoffentlich schaffen wir Aucklands Museum noch irgendwie! Wolfi ist nach einigen waghalsigen Stadttouren sowie bloß einmal versehentlichem in-der-rechten-Spur-Fahren schon ein ziemlich guter Links- und Automatikfahrer geworden. Ich hab zumindest kaum Angst als Beifahrerin und navigiere ihn mit der Top-Karte der Vorbesitzer überall hin. Ui, und versichert sind wir nun auch. :-)

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4 Antworten auf Bettproblem und gute Aussicht

  1. Christian sagt:

    Hi ihr 2,

    schön dass ihr da gleich rechts neben down under scheinbar ganz gut klarkommt.
    Der Jetlag sollte vorbei sein, der Papierkram ist offensichtlich erledigt, die schmierigen Autohändler konnten euch keinen Montagsvan andrehen, … Das sieht doch schonmal gut aus.
    Und wie klappt’s mit der Sprache?

    Den gewöhnungsbedürftigen Straßenverkehr kenne ich ja so ähnlich aus Tralien. O.k., in Deutschland fährt ja gelegentlich auch mal einer auf der falschen Seite. Aber die da unten machen das ja alle… Also Wolfi: immer schön rechts bleiben. Die werden’s schon noch lernen.

    Übrigens, wegen des Wetters hättet ihr jedenfalls nicht so weit weg fahren müssen. Den Regen hättet ihr ab morgen auch hier reichlich haben können :-/

    Kaum zu glauben dass euch neben der vielen Schreiberei überhaupt noch Zeit bleibt, irgendwas anzuschauen. Aber macht ruhig weiter so. Euren Blog zu lesen lockert definitiv den Arbeitsalltag auf.

    So, ich gratuliere jetzt mal Omchen zum Geburtstag.

    Viele Grüße und viel Spaß noch,

    Christian

  2. Naang und Volker sagt:

    Hallo Tini und Wolfi!
    Danke für die interessanten Berichte und schönen Fotos. So erleben wir kostenlos Neuseeland. Das Auto sieht noch gut aus. An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, habe ich auch, bis auf die seitenvertauschten Blinker und Scheibenwischer. Also viel Glück und viel Spass für die bevorstehende Tour.

  3. Dirk Wendt sagt:

    Ja Ihr Lieben, habe soeben alle Eure Berichte gelesen und bin begeistert. Inzwischen ist es hier 5 Uhr in der Frühe!
    Aber ich mußte doch alles genau sehen und nachempfinden. Anneli und Dirk Wendt wünschen Euch gute Fahrt ins Northland.
    Macht weiter so besonnen und bleibt gesund!
    Eure Potsdamer Reisebegleiter

  4. Diana sagt:

    Hey ihr beiden,

    endlich schaffe ich es euch mal zu schreiben…ganz liebe grüße von markus…hab jetz au internet bei mir…unfassbar…
    ab nä.wo bin i schon auf der nä station…zeit vergeht so rasend schnell…
    habt ja schon einiges erlebt…das hört dich alles toll an…
    grnießt die schöne zeit weiter…

    glg

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