Maitai, aber nicht im Glas

Am Sonntagabend haben wir uns nach Wolfis megaerfolgreicher Angeltour mit der Ausbeute von einem Fischlein, dass er allerdings gleich weiter als Köder verwendet hat, auf einer beleuchteten Stadtbank mitten in Russell Erbseneintopf mit angebratenen, neuseeländischen Ekel-Schlabberwürstchen gekocht. War aber irgendwie ganz gut! Darauf folgte ein großer Abwasch mit kaltem Meerwasser, in dem sich nicht einmal das Spülmittel richtig lösen wollte… war nicht gerade die beste Lösung, aber anderes Wasser hatten wir nicht! Im Auto stank es über Nacht dann auch leicht nach Fisch-Meer aus den nassen Abtrockentüchern. Geschlafen haben wir noch einmal in Tapeka, kamen dieses Mal aber keine merkwürdigen Gestalten vorbei. Haben dort auf einer Parkbank am Meer unser Frühstückchen eingenommen und hatten die ganze Zeit über lieben Besuch von einem ganz niedlichen, großen Hund mit ganz viel schwarzweißem Wuschelfell :-)
Danach ging unsere Reise weiter und wir verließen nach kurzem Benzinkanisterauffüll- und Essenshop-Stopp das schöne Russell. Mit der Autofähre ging es auf die andere Seite der Bucht und weiter nach Paihia, wo wir kurz an der Touristinfo (I-Site) Infos einholten und ich am Telefon meine Steuernummer erfragte und tatsächlich endlich bekam. Wolfi, der gleich danach anrief, hing in der Warteschleife und musste auflegen, da wir weiter wollten. Wenn man hier bei Countdown, einer großen Supermarktkette für über 40 NZD einkauft, bekommt man beim Tanken an einer Shell-Station 4 Cent (heißt das überhaupt Cent?) pro Liter erlassen. Macht nicht viel aus, aber da haben wir dann mit Rabatt noch voll getankt. Kurz ging es nach Waitangi, wo im Februar 1840 die ersten Unterschriften unter den Vertrag zwischen Großbritanniern und Maoris gesetzt wurden. Man kann da heute das Treaty House ansehen, allerdings alles gegen Eintritt, sodass wir gleich weiterfuhren zu den Haruru Falls. Ein kleiner Wasserfall stürzte hier aus einem schönen Fluss mit bespringbaren Steinen in einen See hinab, was nicht sehr aufregend, aber aufgrund des im Sprühnebel enstehenden Regenbogens mal sehenswert war. Nach fünf Minuten sind wir wieder zum Auto und Wolfi fragte mich nach den Autoschlüsseln. Ich fragte ihn, ob das ein Witz sei und er bemerkte nur “Sch…”. Wir hasteten zurück zum Wasserfall, wo Wolfi direkt auf einer Steinkante am Abhang gesessen hatte und tatsächlich lag da noch der Autoschlüssel! Oh mein Gott! Erleichtert wieder zurück am Auto sah ich einen neuangekommenen Van auf dem Parkplatz, der mir sehr bekannt vorkam. Freudig sprang ich hinüber zu Elena und Stefan, die ebenso überrascht aussahen und gerade von ihrer Cape Reinga Tour auf der Rückreise waren. Das sind die beiden, die wir nachdem sie mit uns das letzte Hostel verlassen hatten und dann plötzlich schon mal vor den Glühwurmhöhlen vor uns standen. Und nun wieder hier! Lustig ist, dass die beiden dachten, sie würden sich hier den von uns damals empfohlenen Wasserfall anschauen. Allerdings war das ‘ne Verwechslung, da wir ja die Whangarei Falls und nicht diesen hier, an dem wir selbst noch nicht waren, empfohlen hatten! Durch Zufall trafen wir uns nun trotzdem hier und tauschten die letzten Erlebnisse und unsere Handynummern aus, bekamen tolle Übernachtungsempfehlungen an der Maitai Bay und verabschiedeten uns auf bis bald wieder :-)
Der nächste Stopp führte uns nach Kerikeri, einer Kleinstadt, die wir durchfuhren um kurz das Stonehouse, das angeblich älteste Haus Kerikeris zu betrachten. Es sieht irgendwie irisch aus und im umliegenden Park gefiel es mir sehr gut! Tolle Idylle mit Wiese, Bach, See und vielen picknickenden Familien. Trotz aller Gemütlichkeit, wir wollten weiter. Bei McDonalds gab es noch ein großes Eis und in einem paar Kilometer entfernten Baumarkt umsonst von der netten Verkäuferin noch ein paar Palettenbretter, denn wir wollen den Stauraum durch Zwischenablagen in den nächsten Tagen vergrößern. Hammer ist ja nun auch da :-D
Nach langer Fahrt entlang der Küste bogen wir auf die nur wenig touristische Karikari-Halbinsel ab und fuhren durch bis zu deren Ende, einem DOC-Campingplatz (Abstellplatz in Naturschutzgebiet) an der traumhaften Maitai-Bay. Da hatten uns Elena und Stefan nicht zu viel versprochen. Für 8 NZD pro Person, die man, weil kein Ranger zugegen war, in einem Umschlag verpackt in einen Briefkasten am Office werfen musste, suchten wir uns einen Platz auf einem Parkplatz über der Bucht, Klohaus direkt daneben. Die tosenden Wellen und die feinen Sanddünen lockten Wolfi in das eiskalte Wasser. Die Wellen waren in der Tat so riesig, dass selbst ihm etwas mulmig wurde als er nicht mehr stehen konnte. Nach einer eiskalten Frischwasserdusche vorm Toilettenhaus war Wolfi wieder blitzeblank. Ich bin am Strand spaziert und auf Felsen geklettert bevor wir frühzeitig unser Abendbrot bereitet haben. Neben uns parkten nun zwei weitere Deutsche, mit denen wir bis in die Dunkelheit noch vor ihrem Auto saßen mit einem Tui-Bier und einem halben Glas neuseeländischen Weißweins. Haben das Kreuz des Südens gesucht und waren uns letztlich nicht sicher, wo und welches Sternenbild es ist. Hier sind so viele Sterne am Himmel, dass man überall Kreuze deuten kann…
Im Bettchen haben wir am Laptop kurz mit einer treuen Blogleserin geskypt, noch einige Blogneuerung vorbereitet und mit unseren Nachbarn Lichtzeichen durch die Scheiben gefunkt. Nach einer ganz guten Nacht, die ich im Schlafsack und teils in der Bettdecke und Wolfi ganz in Bettdecke verbracht hab/hat, konnte ich mich nicht überwinden, die Kaltdusche zu benutzen. Hab über ein bayrisches Mädel gestaunt, dass es gewagt hat und danach schlotternd im Toilettenhaus stand. Werden wir sicher auch am Cape wiedersehen. Der DOC-Platz ist überhaupt im Vergleich zu unseren einsamen Straßenrand-Parkplätzen etwas belebter mit Campern, aber trotzdem noch schön ruhig. Wird sich in den Sommermonaten um Weihnachten (man, klingt das doof!) sicher total ändern!
Wir haben uns ein schönes Rühreifrühstück gemacht und werden nach Abwasch und Autoeinräumen aufbrechen zum Cape Reinga.

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