Nördlichster Punkt geschafft :-)

Juhu, wir haben den nördlichsten Punkt Neuseelands besucht! :-)
Nach anfänglichen Startproblemen, Strapazen, Zweifeln und Verzögerungen haben wir gestern unser erstes großes Ziel erreicht, nämlich den Besuch des Cape Reinga, wo ein einsamer Leuchtturm den Schiffen im 12-Sekunden-Takt blinkt, wo sich die Tasmanische See und der Pazifik küssen, wo Maori-Seelen ihren Weg zurück nach Hawaiki antreten und wo wir unserem Zuhause näher waren als wir es vermutlich von irgendeinem anderen Punkt Neuseelands noch sein werden!
Gegen 11.30 Uhr verließen wir das DOC-Camp an der Maitai-Bay und fuhren vom zum Nordkapp führenden Highway 1 direkt bis zum legendären Ninety-Mile-Beach, der sich an der Westküste des Nordzipfels seinem Namen nicht gerecht ca. 90 bis 100km hinauf bis zum Cape Reinga zieht und von dem aus wir unseren ersten Blick auf das Tasmanische Meer werfen durften. Riesenwellen brachen sich vorm Strand und Wolfi kitzelte es in Füßen und Fingern, unsere Joy am Waipapakauri Beach direkt auf den Strand zu fahren und über diesen nach Norden zu ziehen. Hat man einen 4WD (guten Allrader) kann man nämlich unter Beachtung der Tiden direkt auf dem Strand dees beeindruckenden Ninety-Mile-Beachs bis Cape Reinga durchbrausen. Waren aber artig und haben trotz großer Versuchung Joy zurück auf den befestigten Highway 1 gebracht. Dort ging es 100km weiter nach oben und wir erreichten nach kurzem Zwischenstopp in Te Kao, wo nun auch Wolfi per Telefon seine Steuernummer endlich bekam, gegen 14.00 Uhr Cape Reinga. Auf dem Parkplatz war geschäftiges Treiben und wir erkannten auch die schlotternde Kaltduschen-Bayerin sowie ein oder zwei andere Autos und Traveller wieder. Wir erledigten kurz was und gingen dann Fotos über Fotos schießend (die Kamera lahmt nun und wir brauchen neuen Speicher) und interessante Wegweiser lesend hinab zum weißen Leuchtturm. Immer wieder schwenkte uns dabei eine Gruppe von Alfa Romeo Fahrern ihre riesigen Alfa Romeo Flaggen vor die Augen. Muss wohl ein internationales Treffen mit Fahrt zum Nordkapp gewesen sein, wobei auf keinem Foto von denen die Alfa Romeo Flagge fehlen durfte. Interessant und beeindruckt sahen wir hinab auf die unruhigen Stellen im Meer, an denen die Wellen von der westlich gelegenen Tasmanischen See sich mit den Wellen des östlichen Pazifiks verwirbelten. Toll, zwei Meere küssen sich hier mit gewaltigen Wassermassen :-) Auch wir ließen ein schnelles Foto von uns vorm Leuchtturm mit dem berühmten Wegweiser-Entfernungsschild aufnehmen und schlenderten mit Blicken über Three Kings Island am Horizont, riesige durch Plattenbewegungen aufgeschobene Felsen, entfernte Sanddünen und die beiden Meere wieder zum Parkplatz. Naja eigentlich gibt es einen noch 3km nördlicheren Punkt nicht weit von Cape Reinga, der aber für Besucher nicht so zugänglich ist. Zählt also nicht, wir waren da! Zufrieden darüber, dass wir es bis hier geschafft hatten, stiegen wir wieder ins Auto und machten uns auf die Rückfahrt, wieder Highway 1. Wir wollten unbedingt noch kurz auf die Riesensanddünen über dem Ninety-Mile-Beach, verpassten jedoch die versteckte Abfahrt und drehten nach ca. 10km noch einmal um, fuhren fast alles zurück, fanden die Abfahrt aber noch und staunten nicht schlecht als wir nach hübschen Kuhweiden plötzlich Sahara-artige Megasanddünen vor uns sahen. Neuseeland als Land der kurzen Distanzen – wo Wüste gleich neben Weidehügeln und Urwald zu erleben ist… Nun gut, dann gab es unter blauem Himmel nun schnell noch eine Wüstentour in den Dünen Te Pakis :-D Wir leihten uns ein Sandboard bei einer alten Maori-Frau aus und kletterten die mächtigen Sandberge hinauf. Wahnsinn, immer wieder staunten wir über diese Wüstenlandschaft, die einfach so hier war und schon sauste Wolfi bäuchlings auf dem Board die Dünen hinab. Hab es auch einmal versucht, aber Wolfi das Brett dann überlassen. Wir sind weiter hinauf auf die höchste Düne, was sich ziemlich anstrengend gestaltete, da teils richtige kleine Wüstenstürme aufkamen, durch die man Sand in jede Gesichtsöffnung geschleudert bekam. Von oben sahen wir nur noch mehr Dünen und entschlossen uns nicht bis zum Meer zu stiefeln, genossen den Blick über gelbe Berge, hellgrüne sowie dunkelgrüne Berge und Täler. Wolfi wagte es dann tatsächlich und boardete den größten Abhang wieder hinunter. Sah sehr lustig und verboten schnell aus. Er fand es toll! Brett zurück, Sand weggeklopft, Schuhe wieder an und es konnte weitergehen in Richtung Süden. Auf der Hälfte des Nordzipfels überlegten wir zwecks warmer Dusche in Pukenui doch wieder mal einen Holiday Park anzufahren, sahen uns die beiden dortigen an, fuhren aber weiter. Irgendwo einen Meter neben dem Highway an einer Einfahrt zu ‘ner Kuhweide parkten wir und kochten in Begleitung von Kuh-Muhen und freudigem Trucker-Zuhupen einen großen Topf Käsenudeln am Straßenrand. Über der Kuhweide ging die Sonne schon unter, wir schlangen ausgehungert und verfolgt von der Späte alles hinein und konnten noch vor Dämmerungseinbruch die Fahrt fortsetzen. Den 100km-langen Nordzipfel verließen wir nach einer Stunde, fuhren über Kaitaia bis nach Ahipara, von wo aus man einen super Ausblick über den Ninety-Mile-Beach haben soll, der hier beginnt. Unser Plan stand: Wir wollten am nächsten Tag, also Mittwoch, einen Holiday Park in Ahipara frühzeitig befahren, dort in Ruhe duschen, waschen, Lebensmittelauffülleinkäufe tätigen und mal wieder für einen Tag nicht weiterreisen. Nun suchten wir in der Dunkelheit einen Stellplatz, wurden von einem geschlossenen DOC-Camp freundlich wieder herunter gejagt und schliefen an einem Stellplatz am Ninety-Mile-Beach. Hier schau ich aus dem Fenster, sehe Möwen sitzen, die Wellen schlagen und einen ewig langen Küstenstreifen sich nach Norden ziehen. Auf geht es in den heutigen Tag, der mit Sonne beginnt! :-)

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Eine Antwort auf Nördlichster Punkt geschafft :-)

  1. Renate sagt:

    Habe ich Euch zu viel versprochen ?! Beeindruckende Natur + freundliche Menschen.
    In Gedanken reise ich mit Euch und beneide Euch um all das, was auch noch kommt.
    Und es ist sehr viel Schönes! MVG Renate+Bernd-F.

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