Regenerationstag inkl. Ausbauaktion

Nur fünf Minuten Fahrt waren es bis ins Ahipara Motorcamp, das auf den ersten Blick einfach gefiel! Im urigen Office-Haus, das gleichzeitig ein riesiger, gemütlicher Aufenthaltsraum mit Tischtennisplatte, alten Sofas, TV, Sitzgruppen und Internetecke war, empfing uns ein witziger Langhaartyp und wir buchten gegen 30 NZD einen Stellplatz für eine Nacht. Überzeugend war die kostenfreie Warmwasserdusche :-)
Wir stellten Joy nahe der öffentlichen Einrichtungen an einem lauschigen Plätzchen unter hohen Bäumen ab und holten uns eine eigene Parkbank ran. Fein! Doch nun mussten wir noch einmal los, fuhren ins 14km entfernte Kataia, in dem Diebstahl eine Alltäglichkeit ist, tankten dort das Auto auf, korrigierten den Reifenluftdruck endlich mal, kauften viel zu viel Lebensmittel ein (das Abschätzen der Essensmenge liegt uns noch nicht wirklich…) und schnell besorgte Wolfi in einem Baumarkt Schrauben und Winkel für die nun folgende, nächste Umbauaktion unseres Autos im Motorcamp. Er borgte sich vom Langhaar-Office-Man Kreissäge und Akkuschrauber, wir räumten Joy komplett leer und binnen zwei Stunden schnitt Wolfi die kostenlosen Baumarktbretter zu und schraubte sie von unten ans Bettgestell. Nach seinen Anstrengungen, hatten wir so nun gleich zusätzlich Stauraum für schmale Dinge. Unsere Rucksäcke müssen beispielsweise nun nicht mehr jeden Abend vom Bett auf die Vordersitze fliegen, sondern bleiben unsichtbar unterm Bettchen verborgen! Viel besser ist das nun alles im Auto :-) Außerdem hat der Inverter samt deutschem Adapter nun einen festen Platz zwischen unseren Sitzen, sodass Laptop, Handy usw. während längeren Fahrten umkomplziert zum Laden umgestöpselt werden können. Durch diese Anbringung entstand nebenbei ein feiner, kleiner Abstelltisch für die Tempos, die es hier leider fast nur in unpraktischen Boxen zu kaufen gibt. Da wir auch so nach und nach die Routinegriffe drauf haben, also z.B. welcher Handgriff vorm ins Bettgehen wann erfolgen muss, damit alles passt, oder in welcher Reihenfolge man welche Gliedmaße durch die Seitentür aufs Bett schiebt oder in welcher Box man überhaupt was findet, wird das Autoleben immer besser! Man lernt dazu, wird effizienter und alles geht langsam etwas schneller :-D
Danach konnten wir endlich eine laaaange, warme Dusche in einem wirklich sehr, sehr sauberen, geräumigen Bad nehmen. Lange habe ich mich nicht mehr so sauber und rein gefühlt! War herrlich! Haben sogar noch unsere Wäsche gewaschen, die nun draußen hängt und der nette Langhaar-Office-Man erlaubt uns sogar, morgen so lange zu bleiben, wie wir wollen und unsere Wäsche zum Trocknen braucht! Supernett! Dieses Mal wird es somit kein überstürztes Camp-Entflüchten mit nasser Wäsche aufm Bett geben!
Nachdem ich einen kleinen Spaziergang an den gegenüberliegenden, unendlich wirkenden Ninety-Mile-Beach gemacht habe, auf dem Frühlingsvogelgezwitscher und Blütenduft neben Sanddünen in der Luft lag, haben wir uns zum Abendbrot heute bei einer so schönen uns frei zu Verfügung stehenden Küche auch was ganz Feines gekocht und gegönnt: Für Wolfi gab es gebratene Schweinefleische mit Bohnengemüse und dunkler Bratensoße wie von Mama, für mich Hähnchenspieße mit selbstgemachtem Möhren-Paprika-Gurken-Gemüse und Rohkostsalat. War so lecker, besser hätte es in keinem Restaurant sein können! Haben dazu angestoßen mit einem echten holländischen Bavaria-Bier aus einem neuseeländischen Supermarktregal – Multikulti, aber gut :-) Um einem fetten Bauch und Wolfis allzu gesunder Lebensweise vorzubeugen unternahmen wir in der Dämmerung noch einen Spaziergang durch ganz Ahipara bis zum einzigen, geöffneten Takeaway-Shop mit Zigarettenautomat ;-) Für mich gab es zwei dicke Kugeln Eis Caramel-Cookies und Banana-Berry. Ein echter Traum für nur 2,50 NZD!!! Aber so viel zum Thema fetter Bauch… Ordentlich Angst jagten mir auf dem Rückweg, wie auch schon auf dem Hinweg, freilaufende, äußerst bösartig kläffende Hunde ein – mitten auf der Straße! War sehr glücklich ohne blutende Fleischwunden wieder heil im Camp zu sein. Hier sitzen wir nun zufrieden, übersatt und sauber im gemütlichen Aufenthaltsraum, in dem nur der Fernseher für eine urlaubende Maori-Familie etwas zu laut neben uns dröhnt. Wir nutzen die Chance, alle Geräte über die Steckdosen zu laden und werden gleich schauen, wohin unsere morgige Fahrt geht. Bis dann ;-)

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